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Schock-Attacken: Horrorclowns, geht nach Hause, "Walking dead" gucken!

Keine Frage, die Sache mit den Horrorclowns nervt. Und sie ist so überflüssig wie ein Kropf. Nicht nur die Polizei hat Besseres zu tun, als hässlichen Schreckgestalten hinterher zu hetzen. Schluss damit - und zwar nicht erst zu Halloween.

Von Dieter Hoß

Horrorclown-Trend: Zahlreiche Masken an einer Wand in einem Geschäft

Masken für einen Horrorclown oder andere Schreckgestalten: Es ist jetzt mal gut!

Mal ehrlich, Leute. Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Regen. Fallende Blätter. Es ist kalt. Jeder schaut, dass er möglichst schnell nach Hause oder in die Kneipe kommt. Ab an den warmen Ofen! Und Ihr habt wirklich nichts Besseres zu tun, als euch im bunten Spaßmacher-Kostüm und hässlicher Maskenfratze in die nasskalten Büsche zu schlagen?! Nur, um im Dunkeln Kinder und alte Leute bis ins Mark zu verängstigen? Oder robusteren Charakteren zumindest einen Heidenschrecken einzujagen? Wirklich?

Horrorclown, Gruselclown, Killer-Clown - was für ein Unsinn. Schönen Dank auch, Stephen King! Die meisten Menschen finden das weder lustig noch sonderlich originell. Schließlich gibt es heutzutage schon genug Gründe, sich zu ängstigen. Da gibt es Leute, die können wirklich Terror. Nur, falls Ihr's noch nicht wusstet. Deshalb braucht es nun wirklich nicht auch noch Clowns, die ihr Kostüm nicht kapiert haben. Nur ihr habt Spaß an der Erschreckerei, weil ihr unbedingt euer Momentchen Macht haben wollt, ohne euer Gesicht zeigen zu müssen, sagen uns Psychologen. Das bitte nicht auf unsere Kosten.

Was halten Sie von den Horrorclowns?


Horrorclown! Wehe, wenn dich die Polizei erwischt!

In eurer Manie merkt ihr offenbar nicht einmal, dass die Sache für euch selbst auch nicht so ohne ist. Wie sagt Kölns Polizeipräsident so schön? "Insbesondere das Mitführen von Waffen oder gefährlichen Gegenständen kann zu einer unvorhersehbaren Eskalation führen." Soll heißen: Wundert euch nicht, wenn wir mal so richtig hart zupacken. Und die Leute lassen sich das auch nicht ewig gefallen. In Berlin hat ja schon einer zugestochen. Der hat danach noch Erste Hilfe geleistet. Nochmal Glück gehabt. Aber wenn es so weitergeht, eskaliert es irgendwann doch noch. Bis einer heult!

Kurzum: Keiner lacht, keiner braucht euch, keiner will euch. Geht nach Hause, "The Walking Dead" gucken! Gruselt euch doch selbst!


Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?