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Gewaltverbrechen in Houston: "Helft uns, das Monster zu finden“: Unbekannter erschießt Siebenjährige aus dem Auto heraus

In der US-Metropole Houston hat ein Unbekannter aus dem fahrenden Auto heraus eine Siebenjährige erschossen, die mit ihrer Familie ebenfalls in einem Auto unterwegs war. Noch hat die Polizei keine Spur von dem Täter.

Jazmine Barnes Drive-by-shooting

Jazmine Barnes wurde das Opfer eines Killers. Das Motiv für die Tat ist noch nicht bekannt

Picture Alliance

Ein entsetzliches Verbrechen hält die US-Metropole Houston in Atem: Eine Familie fährt am frühen Sonntagmorgen im Auto gerade von einem Walmart-Parkplatz. Im Wagen sitzen die Mutter LaPorsha Washington, 30 Jahre alt, und ihre vier Töchter. Plötzlich taucht ein roter Pickup-Truck neben ihnen auf – und der Fahrer eröffnet unvermittelt das Feuer. Das Seitenfenster auf der Fahrerseite zerspringt, erzählt die Mutter später dem US-Sender CNN. Sie habe sich über ihre älteste Tochter geworfen, die sich auf dem Beifahrersitz befindet. Der rote Pickup fährt schließlich an ihnen vorbei, stellt sich vor das Auto der Familie und feuert weiter. Eine Kugel trifft die siebenjährige Jazmine Barnes auf dem Rücksitz tödlich in den Kopf. Die Mutter erleidet einen Armschuss, die sechsjährige Schwester wird durch das zersplitternde Glas verletzt.

Der Schock über die Tat ist gewaltig. Der Präsident der Polizeioffiziers-Gewerkschaft der Stadt hat getweetet: "Helft uns, dass Monster zu finden, bevor er ein weiteres, unschuldiges Kind ermordet.“ Bürgerrechtsaktivisten haben eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt. Gleichzeitig gingen zahlreiche Spenden aus dem ganzen Land für die Familie ein, um Jazmine eine würdige Beerdigung zu finanzieren. Für den Samstag ist eine Bürger-Kundgebung angekündigt. "Wir müssen den bösartigen Feigling finden, der die siebenjährige Jazmine Barnes ermordete. (…) Tut alles dafür“, schreibt der Aktivist Shaun King auf Twitter.

Viele glauben an ein rassistisches Motiv

Die Mutter und Bürgerrechtsaktivisten glauben, dass das Verbrechen rassistisch motiviert war. Denn der Täter soll laut Aussage der ältesten Tochter, die einen kurzen Blick auf den Fahrer werfen konnte, ein Weißer mit Bart und um die 40 Jahre alt sein. Die Mutter sagte unter Tränen im Krankenhaus einem TV-Sender: "Habe ich irgendetwas falsch gemacht, um diesen Mann zu provozieren, auf mein Auto zu schießen? (…) Ich habe nichts getan. Er schoss ohne Grund auf uns.“ Die Polizei geht hingegen davon aus, dass der Täter sich seine Opfer zufällig aussuchte.

Was die Aktivisten umtreibt ist die Ähnlichkeit mit einem anderen Fall. Im Jahr 2017 schoss ein weißer Mann ganz in der Näher des aktuellen Tatorts ebenfalls aus dem Auto heraus auf den damals 21-jährigen A’vonta Williams und seine Großmutter. Der unbekannte Täter war in einem Ford-Pickup unterwegs. Die Opfer hatten Glück: Williams wurde in beiden Beinen getroffen, seine Großmutter traf eine Kugel in die Hüfte.

Ermittler hoffen auf Phantombild

Bei der Polizei sind im Fall von Jazmine Barnes zahlreiche Hinweise eingegangen. Sheriff Ed Gonzales gestand aber, dass sie noch nicht ausreichen, um den "gewalttätigen, abscheulichen Killer“ zu identifizieren. Viel versprechen sich die Ermittler von einem Phantombild, dass aufgrund der Aussagen von zwei der Schwestern am Donnerstag veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es Videomaterial, auf dem der rote Pickup zu sehen ist. Das Bild ist allerdings ziemlich verschwommen.

Ouellen: "BBCNews", "CNN World", "Houston Chronicle"