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Hubschrauber-Coup: Festnahmen nach spektakulärem Geldraub

Schneller Fahndungserfolg: Knapp eine Woche nach dem filmreifen Geldraub mithilfe eines Hubschraubers in Stockholm sind mehrere Verdächtige festgenommen worden - möglicherweise die komplette Bande. Offenbar handelt es sich um ehemalige Elitesoldaten.

Nach dem spektakulären Geldraub mit einem Hubschrauber hat die Stockholmer Polizei möglicherweise die komplette Gangsterbande gefasst. Wie schwedische Medien am Montag übereinstimmend berichteten, konnten Eliteeinheiten am Wochenende sechs Männer, darunter einen Hubschrauberpiloten, unmittelbar vor ihrer Flucht ins Ausland festnehmen. In den Berichten hieß es weiter, dass bei Hausdurchsuchungen Flugtickets mit Zielen in Asien gefunden worden seien. Die Polizei hatte bisher vier Festnahmen bestätigt und wollte keine Einzelheiten nennen.

Hoch professionell arbeitende Gangster waren am Mittwochmorgen mit einem gestohlenen Helikopter auf dem Flachdach des Gelddepots "G4S" in Stockholm gelandet und schwer bewaffnet über ein Dachfenster ins Innere eingedrungen. Nach 20 Minuten verschwanden sie mit einer nicht genannten Beute auf demselben Weg wieder. Über die Leistung des Piloten hieß es, er müsse über herausragende Qualifikationen verfügen, weil es auf dem Dach des Gelddepots für den Hubschrauber sehr eng gewesen sei. Den einzigen Polizeihubschrauber blockierte die Bande, indem sie eine Bombenattrappe am Startplatz platzierte.

Fahnder wurden mit der Vermutung zitiert, dass hinter dem mit militärischer Präzision durchgeführten Überfall wahrscheinlich ehemalige Elitesoldaten aus dem Balkan-Krieg stehen. Für Tipps zu ihrer Ergreifung wurde eine Belohnung von sieben Millionen Kronen (685.000 Euro) ausgesetzt. Das Geld wird aber nicht ausgezahlt, falls die Polizei jetzt tatsächlich die Täter ausfindig gemacht hat: Man habe alle Festnahmen durch eigene Fahndungserfolge und ohne Tipps von außen durchgeführt, erklärte Polizeisprecher Arne Andersson.

Eine Verfolgung in der Luft hatten die Geldräuber verhindert, indem sie vor dem Startplatz für Stockholms einzigen Polizeihubschrauber eine Bombenattrappe ablegten.

DPA / DPA