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Hunger-Tod der dreijährigen Sarah: Prozess gegen Mutter beginnt

Die Mutter der verhungerten Sarah steht seit Montag vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, das dreijährige Mädchen dermaßen vernachlässigt zu haben, dass sie schließlich im August 2009 starb.

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat am Montag der Prozess gegen die Mutter der verhungerten Sarah aus dem mittelfränkischen Thalmässing begonnen. Sichtlich gezeichnet von einer schweren Krankheit kam die Angeklagte auf Krücken in den Verhandlungssaal. Die Staatsanwaltschaft wirft der 27 Jahre alten Hausfrau vor, ihre Tochter Sarah dermaßen vernachlässigt zu haben, dass das Mädchen im Alter von drei Jahren im August 2009 starb. Der Vater des Mädchens war bereits im November zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen die Mutter soll am 10. Juni verkündet werden.

Sarah war nach langer Leidenszeit verhungert. Das Mädchen soll in seinem Kinderbettchen sich selbst überlassen gewesen sein. Dadurch entwickelte sich das Kind nicht altersgemäß und konnte mit zwei Jahren noch nicht laufen. Spätestens seit April 2009 sollen die Eltern Sarah zudem nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt haben - in seiner Not aß das Mädchen sogar den Zellstoff seiner Windel. Zudem litt es durch den Mangel unerträgliche Schmerzen.

Zum Schluss wog Sarah bei einer Größe von 85 Zentimetern nur 8,2 Kilogramm, das ist etwa die Hälfte des Normalgewichts für eine Dreijährige.

DPA / DPA
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