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Hurrikan "Sandy": Monstersturm sammelt Zerstörungsenergie

Trotz zeitweiser Abschwächung der Windgeschwindigkeit wird "Sandy" immer bedrohlicher. Der Hurrikan besitzt schon jetzt alle Zutaten für einen "Super-Sturm".

Notstand aufgerufen

Hurrikan "Sandy" hat eine Spur der Verwüstung in der Karibik zurückgelassen und steuert jetzt auf die Ostküste der USA zu. In der Karibik kamen in dem Hurrikan 44 Menschen ums Leben. Der Hurrikan verlor zeitweise an Stärke, bleibt aber weiter äußerst bedrohlich. Im Moment ist der Sturm auf dem Weg in Richtung US-Küste, wo es zu einer schlimmsten Naturkatstrophen der letzten Jahre kommen könnte.

"Sandy" wurde von einigen Metrologen bereits "Frankenstorm" getauft, weil "Sandy" einen Tropensturm mit einem typischen Herbststurm verbindet. Computer-Modellen zufolge besitzt "Sandy" bereits jetzt alle Zutaten für einen sogenannten "Super-Sturm". Mehrere Staaten an der Ostküste riefen am Freitag den Notfall aus und forderten die Bewohner auf, einen Vorrat an Lebensmitteln, Wasser und Batterien anzulegen.

Notstand ausgerufen

Ziel sei es, die verbliebene Zeit für die nötigen Vorbereitungen zu nutzen, teilten die Behörden mit. Das National Hurricane Center in Miami stellte in der Nacht auf Samstag eine Sturmwarnung für die Ostküste Floridas aus. "Sandy" wurde am Samstag von einem Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft, nahm dann aber erneut an Fahrt auf und wurde wieder zu einem Hurrikan hinaufgestuft. Er sei derzeit etwa 120 Stundenkilometer schnell, teilte die US-Wetterbehörde mit. Die große Basis der US-Marine in Norfolk, Virginia, verlegte daraufhin alle Schiffe auf das offene Meer, um dort den Sturm zu empfangen.

"Wir erwarten einen wirklich großen Sturm", so Louis Uccellini, Direktor der Nationalen Zentrums für Katastrophenschutz. "Dieser Sturm könnte über das ganze östliche Drittel der Vereinigten Staaten hinwegfegen." Bleibt "Sandy" auf der berechneten Route, könnte der Sturm Montagabend oder am Dienstag irgendwo zwischen North Carolina und dem südlichen New England den Strand erreichen. Der Sturm könnte dann flächendeckende Stromausfälle und Überschwemmungen auslösen und sogar für heftige Schneefälle bis nach Ohio hinein sorgen.

Milliardenschäden befürchtet

Nach seinem desaströsen Zug über die Karibik hinweg entwickelte sich "Sandy" am Samstag zu einer massiven Bedrohung auch für Metropolen wie New York und Washington. Mitten im Endspurt zur Präsidentenwahl drohen Überschwemmungen und weitreichende Stromausfälle.

Trotz der zeitweisen Herabstufung von der Kategorie "Hurrikan" kann keine Entwarnung gegeben werden, denn auch bei geringen Windgeschwindigkeiten sammelt "Sandy" weiter Kraft. Inzwischen hat der Sturm auch Auswirkungen auf den US-Wahlkampf. Die Teams beider Kandidaten sagten Veranstaltungen in den Sturm-Staaten ab. In New York erwägen die Behörden, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Sie fürchten wegen starker Winde und Überschwemmungen zu hohe Risiken für den Bus- und U-Bahnbetrieb. Die New Yorker Börsen feilten an Notfallplänen, um den Handel aufrechterhalten zu können. Hochrechnungen warnen, "Sandy" könnte zerstörerischer sein als im letzten Jahr durch den Hurrikan "Irene", der Milliardenschäden anrichtete.

Gernot Kramper mit Agenturen