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Illegales Filmportal Hohe Haftsstrafe für Kino.to-Chef


Weil er rund 135.000 Filme raubkopiert und ins Netz gestellt hatte, muss der Kopf der Internetplattform Kino.to für vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Damit erfüllt sich ein Deal mit der Wirtschaftsstrafkammer.

Der Gründer und Chef des illegalen Filmportals Kino.to ist zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige Dirk B.hatte sich vor dem Landgericht Leipzig zu den massenhaften Urheberrechtsverletzungen auf Kino.to bekannt. Über die Seite waren bis zu ihrer Sperrung durch die Behörden im Juni 2011 rund 135.000 raubkopierte Filme, Serien und Dokus im Internet erreichbar. Das Geständnis des gelernten Fußbodenlegers war Teil eines Deals, den die Wirtschaftsstrafkammer angeregt hatte, um das Verfahren zügig zum Abschluss bringen zu können.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft vier Jahre und zehn Monate Haft für den 39-Jährigen gefordert. "Er war Gründer, er war Inhaber, er war Organisator von Kino.to", sagte Dietmar Bluhm von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden im Landgericht Leipzig. "Bei Kino.to handelt es sich um die denkbar schwerste Urheberrechtsverletzung, die wir bisher in Deutschland hatten." Der 39-Jährige hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Sein Verteidiger forderte eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Bei Kino.to handelte es sich um das größte deutsche Streaming-Portal, bis es im Juni vergangenen Jahres von den Behörden gesperrt wurde. Der Leipziger hatte das konspirative Projekt 2008 ins Leben gerufen. Fünf Mitstreiter wurden bereits verurteilt. Schon in den Jahren vor der Gründung von Kino.to war dem Angeklagten laut seinem Geständnis aufgegangen, dass man im Internet sehr viel Geld verdienen könne. Er sei den "Verlockungen erlegen".

Das Geständnis war Bestandteil eines Deals, den die Wirtschaftsstrafkammer zur Abkürzung des Verfahrens vorgeschlagen hatte. Im Falle einer Verurteilung sollte dann die Strafe zwischen viereinhalb Jahren und vier Jahren und zehn Monaten liegen.

DPA/lin DPA

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