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Immer mehr Opfer melden sich: 94 Verdachtsfälle auf Missbrauch in katholischer Kirche

In der katholischen Kirche hat es in den vergangenen 15 Jahren mindestens 94 Verdachtsfälle auf Kindesmissbrauch gegeben. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des "Spiegel" unter allen 27 deutschen Bistümern, wie das Nachrichtenmagazin am Samstag berichtete. Antworten erhielt der "Spiegel" demnach von 24 Bistümern.

In der katholischen Kirche hat es in den vergangenen 15 Jahren mindestens 94 Verdachtsfälle auf Kindesmissbrauch gegeben. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des "Spiegel" unter allen 27 deutschen Bistümern, wie das Nachrichtenmagazin am Samstag berichtete. Antworten erhielt der "Spiegel" demnach von 24 Bistümern.

Der Verdacht richtet sich dem Bericht zufolge gegen Geistliche wie Laien. 30 von ihnen wurden demnach in der Vergangenheit juristisch belangt und verurteilt. Viele Fälle seien beim Bekanntwerden allerdings schon verjährt gewesen. Aktuell stehen den Angeben zufolge mindestens zehn Kirchendiener unter Missbrauchsverdacht.

Für Aufsehen gesorgt hatte zuletzt ein Skandal um sexuellen Missbrauch an deutschen Jesuiten-Schulen, der von Enthüllungen am Berliner Canisius-Kolleg ausging. Verantwortlich sein sollen drei Pater, die jahrzehntelang als Lehrer und Jugendseelsorger tätig waren. Sie arbeiteten außer an dem Gymnasium in der Hauptstadt auch in Hamburg, in St. Blasien im Schwarzwald sowie in Göttingen, Hildesheim und Hannover.

Bislang meldeten sich bundesweit etwa 30 potenzielle Opfer der Beschuldigten, die ihre Taten teilweise einräumten. Die Leitung der Jesuiten gab zu, dass der deutsche Orden schon in den 80er Jahren Hinweise auf mögliche Missbrauchsfälle hatte. Die Ordensführung habe keine Anzeigen erstattet und versucht, das Problem intern zu regeln.

AFP / AFP