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Ägypten Ein Toter bei Bombenanschlag vor italienischem Konsulat

Äqypter stehen auf der Straße vor ihren zerstörten Häusern, neben ihnen Trümmer und ein verstaubtes Auto.
Der Bombenanschlag hat viele Häuser zerstört und einen Menschen getötet
© Alaa Qamhawy/DPA
Seit Monaten wird Ägypten immer wieder von Anschlägen erschüttert. Erst vor kurzem starb der Generalstaatsanwalt bei einem Attentat. Diesmal trifft es das italienische Konsulat in Zentrum Kairos.

Bei einem Bombenanschlag vor dem italienischen Konsulat in Kairo ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Neun weitere Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, sagte ein Sprecher des ägyptischen Gesundheitsministeriums. Die Bombe explodierte am frühen Samstagmorgen im Zentrum Kairos in einer normalerweise belebten Einkaufsstraße. Wegen des Wochenendes war das Konsulat geschlossen. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums explodierte vor dem Konsulat eine Autobombe. Aus anderen Quellen hieß es, ein Unbekannter habe von einer angrenzenden Brücke eine Bombe auf einen Wagen geworfen. 

Konsulat schwer beschädigt

Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur am Ort der Explosion berichtete, das Konsulat sei schwer beschädigt worden. Demnach stürzte eine Außenfassade fast völlig ein, Fenster wurden aus den Angeln gehoben. Auch Nachbargebäude seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem sei eine Wasserleitung geborsten. Als Folge gebe es eine Überschwemmung. Überall lägen Trümmerteile herum.

Nach Angaben des Außenministeriums in Rom kam kein Italiener ums Leben. "Wir stehen allen betroffenen Personen und Mitarbeitern nahe", twitterte Außenminister Paolo Gentiloni. "Italien lässt sich nicht einschüchtern."

Reihe von Anschlägen

Ägypten erlebt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi vor rund zwei Jahren regelmäßig Anschläge. Erst Ende Juni war Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenattentat in Kairo getötet worden. In der vergangenen Woche starben fast 120 Menschen bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der Armee und bei anschließenden Gefechten auf der Sinai-Halbinsel. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen.

Als Reaktion auf die Gewalt will Ägyptens Regierung ein neues Anti-Terror-Gesetz beschließen. Es sieht unter anderem eine weitere Einschränkung der Pressefreiheit vor. Journalisten müssen laut dem Gesetzentwurf mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen, wenn sie abweichend von offiziellen Stellungnahmen - und aus Sicht der Regierung damit falsch - über Anti-Terror-Einsätze berichten.

jen DPA

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