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Neues Gesetz In Alabama werden Kinderschänder künftig chemisch kastriert

Den Befürwortern des Gesetzes geht es darum, Kindesmissbrauch (Symbolbild) zu verhindern. Gegner finden die regel unnötig grausam
Den Befürwortern des Gesetzes geht es darum, Kindesmissbrauch (Symbolbild) zu verhindern. Gegner finden die regel unnötig grausam
© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild / DPA
Der US-Südstaat Alabama verabschiedet erneut ein Gesetz, das weltweit Schlagzeilen macht. Dieses Mal geht es darum, wie man mit verurteilten Sex-Straftätern umgeht, die Kinder missbraucht haben.

Alabama macht erneut mit einem Gesetz Schlagzeilen: Nachdem der US-Bundesstaat kürzlich das strengste Abtreibungsgesetz der USA verabschiedet hatte, das Schwangerschaftsabbrüche selbst nach Vergewaltigungen unter Strafe stellt, unterzeichnete Gouverneurin Kay Ivey von den Republikanern jetzt eine Regelung, wonach verurteilte Kinderschänder künftig chemisch kastriert werden sollen. Ivey unterschrieb die Regelung, gegen die sich – wie auch gegen die Abtreibungsordnung – teils heftiger Widerstand regt, laut "anonews.co" am Dienstag.

Laut dem neuen Gesetz zur chemischen Kastration müssen sich verurteilte Kinderschänder einer solchen Prozedur unterziehen, wenn sie vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen werden wollen.

Das Gesetz gelte für Täter ab 21 Jahren, die sich an Minderjährigen unter 13 vergangen haben, so "anonews.co" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Mithilfe der Medikamente werde der Testosteronspiegel der Verurteilten gesenkt. Dadurch solle sichergestellt werden, dass sie keine weiteren Sex-Straftaten an Kindern begehen, wenn sie wieder in Freiheit sind.

Verurteilte müssen chemische Kastration selbst bezahlen

Die Täter müssen laut den Berichten die Behandlung selbst bezahlen und diese so lange fortsetzen, bis ein Gericht sie als nicht mehr notwendig ansieht. Wenn ein Verurteilter die Chemikalien eigenhändig absetzt, muss er wieder in Haft.

Alabama ist nicht der einzige US-Staat mit einer solchen Regelung – ähnliche Gesetze gibt es etwa in Florida und Kalifornien. In Texas können sich Verurteilte einer chirurgischen Kastration unterziehen.

Verletzt Alabama den 8. Zusatzartikel der Verfassung?

Menschenrechtsaktivisten kritisieren das neue Gesetz heftig und sehen darin eine Verletzung des 8. Zusatzes der US-Verfassung, wonach eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung von Straftätern unzulässig ist. Anwalt Raymond Johnson wird auf "anonews.co" mit der Argumentation zitiert, dass hiermit Täter erneut bestraft würden, die ja eigentlich ihre Strafe schon abgesessen hätten. Es sei nicht richtig, jemanden, der für sein Verbrechen bereits bezahlt habe, zusätzlich mit lebenslanger Kastration zu bestrafen, sagte Johnson der Website.

Eingebracht hatte das Gesetz Steve Hurst von den Republikanern. Seiner Ansicht nach ist es alles andere als unmenschlich, wie er jüngst dem Sender "CBS42" sagte. Unmenschlich seien die Leiden von Kindern, die sich nicht gegen solche Verbrecher wehren könnten, argumentierte er. Das neue Gesetz solle Wiederholungstaten verhindern. Der Politiker hofft, die Gesamtzahl von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige in Alabama reduzieren zu können.

Quellen: "anonews.co", "faz.net"

anb

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