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Yakub Memon: Indien hängt Planer der Mumbai-Anschläge von 1993

Es waren die folgenschwersten Attentate, die Indien je erlebte: 13 Bomben detonierten im März 1993 im Herzen von Mumbai. Nun ist einer der Planer hingerichtet worden. Aber hing der richtige Mann hing am Galgen?

Yakub Menon, Planer der Mumbai-Anschläge von 1993, hingerichtet

Befürworter der Todesstrafe für Yakub Memon verbrennen ein Plakat mit dessen Foto

Mehr als 22 Jahre nach den blutigen Bombenanschlägen in Mumbai ist einer der Verantwortlichen in Indien hingerichtet worden. Yakub Memon wurde nach offiziellen Angaben in einem Gefängnis im Bundesstaat Maharashtra gehängt. Es war die dritte Hinrichtung in Indien in zehn Jahren.

Memon war verurteilt worden, die Anschläge auf die Börse, Hotels und Marktplätze der Finanzmetropole Mumbai (früher Bombay) am 12. März 1993 mitgeplant und finanziert zu haben. Bei den Explosionen waren insgesamt 257 Menschen getötet und mehr als 700 Menschen verletzt worden - es waren die tödlichsten Anschläge, die Indien je erlebte. Die mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die Attacken wurden bislang nicht gefasst.

Zahlreiche Proteste gegen die Hinrichtung

Gegen die Hinrichtung gab es zahlreiche Proteste. Die Todesstrafen werden in Indien willkürlich, diskriminierend und übermäßig häufig gegen arme Menschen verhängt, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Indische Parlamentsabgeordnete und Wissenschaftler hatten Anfang der Woche ein Gnadengesuch unterschrieben. Bollywood-Superstar Salman Khan twitterte, dass stattdessen die eigentlichen Strippenzieher gefunden und gehängt werden sollten.

Als führende Köpfe der Attacken gelten der Unterwelten-Boss Dawood Ibrahim und Tiger Memon, der Bruder des nun Hingerichteten. Beide werden im Nachbarland Pakistan vermutet. Insgesamt wurden 100 Menschen im Zusammenhang mit den Mumbai-Attentaten verurteilt. Elf erhielten die Todesstrafe, die aber in zehn Fällen in lebenslange Haftstrafen umgewandelt wurde.

Yakub Memon war Buchhalter von Beruf und wenige Tage vor den Anschlägen nach Pakistan ausgereist. Er behauptete stets, unschuldig zu sein. Nach seinen Angaben vor Gericht kehrte er zusammen mit anderen Familienmitgliedern 1994 nach Indien zurück, um bei der Aufklärung der Anschläge zu helfen. Dafür wurde ihm kein Strafnachlass gewährt.

Todesstrafe wird nur noch selten vollstreckt

Nach jüngsten verfügbaren Daten von Ende 2013 sitzen rund 400 Menschen in Todeszellen in indischen Gefängnissen. Die Strafe wird nur noch sehr selten vollstreckt. Alle in den vergangenen zehn Jahren in Indien Hingerichteten waren wegen Terrorismus verurteilt worden: Der Pakistaner Ajmal Kasab, einer der Attentäter von Mumbai 2008; Der Kaschmirer Mohammad Afzal Guru, der in den Sturm auf das indische Parlament 2001 verwickelt gewesen sein soll. Und der nun hingerichtete Memon.

tim/DPA
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