VG-Wort Pixel

Indien Hausmädchen mit heißer Bratpfanne misshandelt


Halbnackt wurde sie von der Polizei gefunden, ihr Körper mit Wunden übersät: Ein junges Hausmädchen ist in Indien schwer misshandelt worden. Jetzt hat sie erstmals über ihr Martyrium gesprochen.

Sie musste Urin trinken, wurde nackt ins Bad eingesperrt und mit der Bratpfanne verbrannt. Vier Tage nach ihrer Befreiung hat ein indisches Hausmädchen erstmals über ihren Leidensweg gesprochen. Unter Berufung auf einen Polizeibericht schrieb die englischsprachige "The Hindustan Times" am Freitag, dass das Mädchen zudem von ihrer Arbeitgeberin mit der Bratpfanne geschlagen wurde. Medien hatten von Messerstichen und Hundebissen am Körper der jungen Frau berichtet.

Das Hausmädchen, laut Polizei etwa 18 Jahre alt, arbeitete für zwei Frauen in dem Nobelviertel Vasant Kunj in Neu Delhi. Zunächst hatte es geheißen, sie sei 15 Jahre alt. Die junge Frau wird wegen diverser Verletzungen weiter im Krankenhaus behandelt, wo sie am Freitag ihre Mutter wiedertraf. Die junge Frau stammt aus dem östlichen Bundesstaat Jharkhand.

Der Fluch der Schweigespirale

Ihre 50-jährige Arbeitgeberin wurde festgenommen und muss sich nun wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Die mit ihr zusammenlebende 85-jährige Mutter wurde aufgrund ihres Alters nicht angeklagt.

Enakshi Ganguly, eine Kinderrechtsaktivistin, die nur 200 Meter vom Tatort entfernt wohnte, empörte sich auf Facebook über die Spirale des Schweigens, die in ihrer Nachbarschaft geherrscht habe, berichtet das indische Newsportal "Firstpost". Bei der Schwere der Verletzungen des Mädchens müssten die Nachbarn ihre Schreie gehört haben. "Und doch hörte niemand etwas", schrieb sie.

"Die Mehrheit in einer Gemeinschaft bleibt stumm", zitierte das Portal Rishi Kant von der Organisation Shakti Vahni. Doch diesmal traute sich ein einzelner Nachbar, die NGO zu alarmieren, die ihrerseits die Behörden informierte.

Misshandlungen an der Tagesordnung

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi arbeiten tausende Hausangestellte, oftmals werden sie misshandelt. Vielfach handelt es sich um Kinder, die aus ärmeren Gegenden des Landes als billige Arbeitskräfte verkauft wurden. Sie schuften den ganzen Tag und genießen so gut wie keinen rechtlichen Schutz. Seit 2006 gilt zwar ein Gesetz, das die Arbeit von Kindern unter 14 Jahren in Haushalten, Imbissen und Hotels verbietet. Das Verbot wird aber weitgehend ignoriert.

jwi/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker