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Inhaftierte Ex-Footballstar: O.J. Simpson sagt in Berufungsprozess aus

Vom Star zum Kriminellen: Der Ex-Footballer und Schauspieler O.J. Simpson sitzt wegen Raubüberfalls und Entführung seit 2008 im Gefängnis. Nun muss ein Berufungsgericht seine Schuld erneut überprüfen.

Der wegen bewaffneten Raubüberfalls und Entführung inhaftierte ehemalige US-Footballstar und Schauspieler O.J. Simpson hat am Mittwoch in seinem Berufungsverfahren in Las Vegas ausgesagt. Er habe keine Ahnung gehabt, dass seine Bekannten bei dem Vorfall im September 2007 in Las Vegas Waffen bei sich gehabt hätten, sagte der in blauer Anstaltskleidung und mit Handschellen erschienene frühere Spitzensportler. Er sei nirgendwo eingebrochen und habe niemanden geschlagen. Seine Revision begründet er auch damit, dass sein langjähriger Anwalt Yale Galanter seine Verteidigung verpfuscht habe.

Simpson soll im September 2007 mit bewaffneten Komplizen zwei Andenkenhändler in einem Hotel-Casino in Las Vegas überfallen haben, um sich persönliche Erinnerungsstücke aus seiner Zeit als Footballstar zurückzuholen. Deshalb war der heute 65-Jährige Ende 2008 zu bis zu 33 Jahren Haft verurteilt worden, von denen er laut Gericht mindestens neun im Gefängnis verbringen muss.

Simpson war 1995 in einen der umstrittensten Fälle der US-Justizgeschichte verwickelt. In einem Indizienprozess wurde er von dem Vorwurf freigesprochen, seine frühere Ehefrau Nicole Brown-Simpson und deren Freund Ron Goldman ermordet zu haben. In einem späteren Zivilverfahren wurde er aber zur Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt.

steh/AFP / AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?