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Internet-Abzocke: Angeklagter erscheint nicht zu Prozessauftakt

Vor dem Hamburger Landgericht hat am Montag ein Prozess um Abofallen im Internet begonnen. Einer Gruppe von sieben Männern und einer Frau wird vorgeworfen, rund 70.000 Internetnutzer um mehrere Millionen Euro betrogen zu haben. Ein Angeklagter erschien jedoch gar erst nicht vor Gericht.

Zum Auftakt eines Prozesses um Abofallen im Internet ist ein 33 Jahre alter Angeklagter am Montag nicht vor dem Hamburger Landgericht erschienen. Die Vorsitzende Richterin ordnete daraufhin eine sofortige polizeiliche Vorführung des Angeklagten an. Polizisten sollen ihn nun in seiner Wohnung in Lüneburg aufgreifen und zur Verhandlung bringen. Ob sich der 33-Jährige jedoch tatsächlich in seiner Wohnung befindet, war zunächst noch unklar.

Nach Angaben seines Verteidigers ging der Angeklagte nicht ans Telefon. Zusammen mit sieben weiteren Beschuldigten muss sich der 33-Jährige von Montag an für eine Internet-Abzocke im großen Stil verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Männern und einer Frau im Alter zwischen 24 und 36 Jahren banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor.

Laut Anklage brachten sie zwischen Juli 2007 und Februar 2010 rund 70.000 Internetnutzer um insgesamt mehr als 5,3 Millionen Euro. Mit Scheinfirmen sollen sie sogenannte Downloadportale im Internet betrieben haben, auf denen kostenlos Software zum Herunterladen angeboten wurde. Nach der Registrierung bekamen ihre Opfer per E-Mail jedoch eine Bestätigung für einen zwölfmonatigen Abo-Vertrag zugeschickt. In dieser Mail wurde auf eine Webseite verlinkt, auf der sich die Kunden angeblich angemeldet hatten, und auf der die Kosten tatsächlich standen. Wenn die Nutzer nicht zahlten, sollen die Angeklagten sogar Mahnschreiben an ihre Betrugs-Opfer geschickt haben. Für den Prozess wurden zunächst Termine bis Ende Januar 2012 angesetzt.

vim/DPA / DPA