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Inzest-Drama im Westerwald Familienvater zeugt mit Stieftochter acht Kinder


In einem Dorf im Westerwald hat sich offenbar ein jahrelanges Inzest-Drama abgespielt: Der arbeitslose Detlef S. soll mit seiner Stieftochter acht Kinder gezeugt haben. Zudem soll er sie und seine leibliche Tochter zur Prostitution gezwungen haben. Ab Dienstag steht er vor Gericht.

In der rheinland-pfälzischen Ortschaft Fluterschen im Westerwald soll ein Familienvater jahrelang seine Stieftochter sexuell missbraucht und mit ihr acht Kinder gezeugt haben. Der 48-jährige Detlef S. müsse sich ab kommenden Dienstag wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen vor dem Landgericht Koblenz verantworten, bestätigte ein Gerichtssprecher am Donnerstag einen Bericht der "Rhein-Zeitung".

Der arbeitslose Mann soll außerdem seine leibliche Tochter und seinen Stiefsohn jahrelang missbraucht haben. Darüber hinaus zwang er laut Anklage seine heute 18-jährige Tochter und seine heute 28-jährige Stieftochter zur Prostitution. Die Staatsanwaltschaft legt ihm daher auch die Förderung sexueller Handlungen von Minderjährigen zur Last.

Stieftochter bricht jahrelanges Schweigen

Die Vorwürfe gegen den Familienvater erstrecken sich nach Angaben des Gerichts über den Zeitraum von Herbst 1987 bis Sommer 2010. In dieser Zeit soll er zwei seiner Stiefkinder sowie seine Tochter sexuell missbraucht haben. Mit der Adoptivtochter zeugte er nach Angaben der Nebenklage-Anwältin zwischen 1999 und 2009 acht Kinder. Das erste Kind, ein Junge, starb wenige Wochen nach der Geburt an plötzlichem Kindstod. Es ist im Nachbardorf begraben.

Der Verdächtige sitzt seit August 2010 in Untersuchungshaft. Der Verdächtige bestreitet nach Angaben seines Verteidigers die Vorwürfe. Laut Gericht liegt aber ein DNA-Gutachten vor. Darin kämen die Experten zu dem Schluss, dass die Vaterschaft von sieben Kindern mit 99,99 Prozent "praktisch erwiesen" sei. Aus Rücksicht auf die Opfer habe man sich dazu entschieden, zunächst nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte der Sprecher.

Wie die Anwältin der Stieftochter sagte, konnte die Polizei den Mann festnehmen, nachdem die Stieftochter - die selbst lange geschwiegen hatte - einen an die Mutter gerichteten Abschiedsbrief der verzweifelten jüngeren Schwester gefunden und an das Jugendamt weitergeleitet hatte.

Heile Welt vorgespielt

Die Familie lebte in einem Einfamilienhaus mitten im Dorf, das etwa 750 Einwohner hat. Der 48-Jährige sei mit der Mutter der 28-Jährigen verheiratet, sagte Anwältin Katharina Hellwig. Mit seiner Frau habe er zwei leibliche Kinder, darunter die 18-Jährige. Die zwei Söhne und die 28-jährige Tochter aus erster Beziehung der Ehefrau habe der Mann adoptiert. Der Anwältin zufolge besuchten alle Kinder den Kindergarten des Ortes und die Schule im Nachbarort Altenkirchen. Die 28-Jährige lebt mit ihren sieben Kindern mittlerweile nicht mehr in Fluterschen.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Inzest-Skandal von Amstetten in Österreich. Dort hatte der Familienvater Josef Fritzl vor Gericht gestanden, seine Tochter Elisabeth 24 Jahre im Keller unter seinem Haus eingesperrt und mit ihr sieben Kinder gezeugt zu haben. Ein Säugling starb drei Tage nach der Geburt im Verlies, weil Fritzl keine Hilfe für das todkranke Baby geholt hatte. Fritzl war im März 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

joe/DPA/Reuters DPA Reuters

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