VG-Wort Pixel

Inzest-Fall vor Gericht Stiefsohn sagt hinter verschlossenen Türen aus


350 Mal soll sich ein Familienvater aus dem Westerwald an seinen Kindern vergangen und mit einer Stieftochter sieben Kinder gezeugt haben. Am Mittwoch hat der zweite Prozesstag gegen den 48-Jährigen mit der Befragung seines Stiefsohns begonnen.

Im Koblenzer Missbrauchsprozess ist am Mittwoch der Stiefsohn des Angeklagten - eines der drei mutmaßlichen Opfer - als Zeuge gehört worden. Die Öffentlichkeit wurde vor der Befragung ausgeschlossen. Der Angeklagte aus Fluterschen im Westerwald soll den 28-jährigen Stiefsohn, dessen Zwillingsschwester und eine leibliche Tochter über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben.

Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit von der Zeugenvernehmung reagierten die Richter auf einen Antrag, den der Anwalt des 28-Jährigen gestellt hatte. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass dabei intime Details aus dem Sexualleben des Mannes zur Sprache kämen. Schon die Zwillingsschwester hatte am Vortag hinter verschlossenen Türen ausgesagt. Der 48-jährige Angeklagte hatte zugegeben, mit ihr sieben Kinder zu haben; die Missbrauchsvorwürfe bestritt er aber.

Beim Gang in den Gerichtssaal fixierte der sichtlich angespannte Stiefsohn kurz den angeklagten Familienvater. Dieser blieb wie bei Prozessbeginn am Vortag fast regungslos. Der Stiefsohn ist wie seine Zwillingsschwester und eine heute 18-jährige leibliche Tochter des Angeklagten Nebenkläger in dem Prozess. Auch die 18-Jährige sollte am Mittwoch aussagen. Sie wird nach Angaben ihrer Anwältin von Angst beherrscht. "Auf der einen Seite ist es ja ihr geliebter Vater, auf der anderen Seite auch ihr Peiniger, der ihr die Kindheit genommen hat", sagte Anwältin Sandra Buhr dem Hörfunksender SWR4.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker