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Inzest-Prozess in Nürnberg: Großer Medienandrang zum Auftakt

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth beginnt der Prozess um einen Inzestfall, der sich über einen Zeitraum von 34 Jahren in Mittelfranken zugetragen haben soll. Ein 69 Jahre alter Rentner ist wegen der 500-fachen Vergewaltigung seiner Tochter angeklagt.

Unter großem Medienandrang hat der Inzestprozess gegen einen 69 Jahre alten Mann aus Franken begonnen. Er soll fast 34 Jahre lang seine heute 46-jährige Tochter hundertfach vergewaltigt und drei Kinder mit ihr gezeugt haben.

Der Rentner aus Willmersbach muss sich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Der Anklagebehörde zufolge räumt er den Sex mit seiner Tochter zwar ein, spricht aber von stets einvernehmlichen Geschlechtsverkehr.

Zum Prozessauftakt wurde der Angeklagte mit einem Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben und schirmte sein Gesicht mit der Hand ab. Nach Angaben seines Anwalts hat er sich am Fuß verletzt. Zudem könne der 69-Jährige noch immer nicht verstehen, wieso seine Tochter von Vergewaltigung spreche.

Zur Aufklärung der schweren Vorwürfe will das Gericht während der sechs Verhandlungstage 24 Zeugen und drei Sachverständige hören. Die Tochter des Angeklagten wird als Nebenklägerin auftreten. Der Fall hatte nach seinem Bekanntwerden Mitte September Erinnerungen an den österreichischen Fall «Fritzl» geweckt. Dieser hatte seine Tochter 24 Jahre lang in einem Keller gefangen gehalten und sie unzählige Male vergewaltigt. Dabei zeugte er mit ihr sieben Kinder.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte seine Tochter 497-mal missbraucht. Als Erwachsene brachte sie drei behinderte Söhne von ihm zur Welt. Zwei von ihnen starben im Kindesalter. Die mutmaßlichen Taten waren erst zu Beginn dieses Jahres ans Tageslicht gekommen. Die im anderen Zusammenhang zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Frau hatte eine Bewährungshelferin zu Seite gestellt bekommen. Dieser hatte sie sich anvertraut.

DPA/AFP / DPA