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Inzestfall von Fluterschen: Das abartige Reich des Detlef S.

Der Prozess um den Inzest von Fluterschen geht auf die Zielgerade. Die Plädoyers waren an der Reihe und es kamen sogar neue Gräuel ans Tageslicht.

Von Uta Eisenhardt, Koblenz

Detlef S. lebte in einem Imperium, das er selbst geschaffen hatte: Seine mit körperlicher und seelischer Gewalt eingeschüchterten Sklaven, das waren seine Frau und ihre acht Kinder sowie sieben weitere, die er mit seiner Stieftochter gezeugt hatte. Diese Menschen hatten für sein finanzielles und sexuelles Wohlergehen zu sorgen. Heute sind sie schwerst traumatisiert. Ob die 18 je ein normales Leben führen werden?

Die Diktatur von Detlef S. endete im August 2010. Da ließ seine Stieftochter Natascha einen Brief ihrer Halbschwester Jasmin an das Jugendamt weiter leiten. Er war der Auftakt für Ermittlungen, aus deren Ergebnissen eine Anklage mit 350 Vorwürfen entstand, darunter Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger.

Seit Donnerstag wird im Missbrauchsprozess vor dem Koblenzer Landgericht abgerechnet. Der Vorsitzende Richter Wilfried Hetger schloss die Beweisaufnahme, die Plädoyers waren dran. Es ging vor allem um die Frage, welche Vorwürfe durch die Zeugenaussagen bestätigt wurden und welche fallen gelassen werden müssen, etwa weil die angeklagten Taten nicht konkret genug erinnert werden können. Aus diesem Grunde schnurrt Staatsanwalt Thorsten Kahl die Anklage von 350 auf 136 Fälle zusammen.

Die grauenhaften Taten

Ansonsten hätten sich die Vorwürfe in vollem Umfang bestätigt, so der Staatsanwalt zu Beginn seines Plädoyers. Fest stehe etwa der sexuelle Missbrauch an den vier, fünf Jahre alten Zwillingen, die der Stiefvater mit den Worten "Das tut nicht weh. Ihr werdet sehen, das ist was ganz Tolles!" zwischen den nackten Beinen streichelte. Dies habe der heute 28-jährige Björn B. dem Gericht glaubhaft geschildert. Außerdem berichtete der Nebenkläger, er habe mehrfach vor und gemeinsam mit dem Vater masturbieren müssen, so der Staatsanwalt. Diese Vorwürfe seien jedoch bereits verjährt.

Bestätigt habe sich auch der jahrelange Missbrauch an Natascha S. An ihrem zwöften Geburtstag habe der Stiefvater sie zwischen den Beinen gestreichelt und gesagt, als Vater dürfe er das. Drei Wochen später soll er sie zu seinen Bekannten Ali und Mustafa gebracht haben. Dort füllte man das Mädchen mit Schnaps ab und schaute Pornofilme. Dann habe der Vater zu Ali gesagt: "Hier, du kannst mit ihr machen, was du willst!" Lächeln sollte Natascha dabei, dann würden Ali und Mustafa mehr Geld zahlen. Von nun an begleitete der bezahlte Sex mit den beiden Türken Nataschas Kindheit und Jugend. Ähnlich erging es wenige Jahre später ihrer Halbschwester Jasmin: Beim ersten Besuch vergewaltigte der Vater sie unter den Augen von Ali und Mustafa. Als sie dann von den beiden Türken vergewaltigt wurde, habe sie reglos dagelegen. Der Vater soll zugesehen und sich eine Zigarette gedreht haben.

"Er ist doch mein Vater. Ich hab ihn doch lieb!"

Der Staatsanwalt zweifelt auch nicht daran, dass Detlef S. Jasmin kurz vor Weihnachten 2004 auf dem Rücksitz seines Autos vergewaltigte. "Ihre Aussage war emotional kaum erträglich", sagte Thorsten Kahl. Jasmin habe fast durchgängig geweint und sei bei ihrer Aussage mehrfach zusammengebrochen. "Ich habe selten eine Zeugin erlebt, die innerlich so zerrissen war und die alle Taten förmlich noch einmal durchlitt." Jasmin habe geschildert, wie sie geschrieen und gefleht habe, sie in Ruhe zu lassen. Sie beschrieb ihre Hilflosigkeit, die sie gegenüber dem Vater empfunden hatte und ihre tagelangen Schmerzen. Dennoch habe sie während ihrer Aussage immer wieder gesagt: "Er ist doch mein Vater. Ich habe ihn doch lieb!"

Wieso wehrte sich keines der Kinder? Die Antwort liegt zum einen in der Person des heute 48-jährigen Angeklagten, eines kleinen, schmächtigen Mannes mit dünnen Lippen. Als dissozial, aggressiv, sadistisch, brutal, emotions- und verantwortungslos beschrieb ihn der psychiatrische Gutachter Gerhard Buchholz. Obwohl er Detlef S. körperlich überlegen sei, habe er sich vor ihm geängstigt, gab der Gutachter zu. Wie erst erging es dann seinen Kindern? "Herr S. errichtete die Mauer der Angst, die für die Kinder nicht mehr überwindlich war", so der Psychiater. "Die Angst war stärker als jede Kerkermauer", ergänzt der Staatsanwalt. Die Opfer waren untereinander und nach außen völlig abgeschottet. Der Angeklagte hatte sein Imperium im Griff.

Dennoch vertraute sich Björn B. seinen Lehrern und dem Jugendamt an. Auch Nachbarn gaben Hinweise. Im Prozess machte das Jugendamt keine gute Figur: "Wir erlebten eine Mitarbeiterin, die sich an den wohl spektakulärsten Fall ihres beruflichen Lebens nicht mehr erinnern mochte", sagt Bernd Lindlein, der Anwalt von Björn B. Seine Abrechnung mit dem Amt: "Wir erlebten Mitarbeiter, die selbst einfache Fragen wie die, wer eigentlich beim Jugendamt welche Entscheidung trifft, nicht beantworten konnten. Wir sahen einen Jugendamtsleiter, der weder erhebliche zeitliche Lücken in Akten erklären konnte und einräumen musste, dass sogar ein in den Akten befindlicher Vermerk über Hinweise aus der Nachbarschaft über Kindesmisshandlungen nicht bearbeitet wurde. Wir sahen vorgelegte Akten, in denen die Geburt von sieben Kindern Nataschas nicht einmal erwähnt wurde, obgleich nie ein Vater benannt wurde und Natascha bei ihrer ersten Geburt deutlich minderjährig war."

Staatsanwalt nimmt Jugendamt in Schutz

All diese Kritik will Staatsanwalt Thorsten Kahl nicht gelten lassen: "Es ist leicht, dem Jugendamt die Schuld zuzuschieben. Die Kinder haben immer geleugnet und wollten immer in die Familie zurück. Hier trifft der Satz: "Hinterher ist man immer schlauer'. zu. Dass Jugendamtsmitarbeiter das ein oder andere nicht getan haben, begründet keine strafbare Handlung." Dennoch sollten die Mitarbeiter der Jugendämter künftig genauer hingucken, mehr fragen und den Mut haben, sich an die Staatsanwaltschaft zu wenden. Die Schuld des Jugendamtes wird demnächst von der Justiz geklärt werden. Jetzt aber geht es um die Schuld von Detlef S.

Wie bestraft man einen Menschen, der seine Kinder über Jahre hinweg sexuell missbrauchte, vergewaltigte, schlug und sie obendrein noch für Geld verkaufte? "Hart", antwortet Staatsanwalt Thorsten Kahl auf seine rhetorische Frage. Addiert man allein für die verbliebenen 136 Fälle alle vom Ankläger geforderten Strafen, käme man auf fast 500 Jahre Haft. Doch solche Strafen gibt es nicht.

Stattdessen orientiert sich der Staatsanwalt an der höchsten Einzelstrafe, die im Fall Detlef S. acht Jahre für die erste Vergewaltigung der zwölfjährigen Jasmin betragen soll. Diese Einzelstrafe wird erhöht. Dabei werden positive und negative Aspekte von Taten und Täter abgewogen. Für den Angeklagten spricht lediglich, dass er einräumte, zumindest Jasmin missbraucht zu haben. Dieses Geständnis bestand aus einem einzigen Satz, außerdem widerrief er es, um es dann von seinem Verteidiger wieder erneuern zu lassen. Seine Stieftochter Natascha allerdings verhöhnte er vor Gericht: Sie habe ihm die Beziehung aufgedrängt, sie habe keine Pille nehmen wollen, er habe sie in flagranti mit Ali und Mustafa erwischt.

Die Forderung der Anklage

Vierzehn Jahre und sechs Monate Haft fordert der Ankläger für Detlef S. Das sind sechs Monate weniger als die Höchststrafe für den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, die bei 15 Jahren Haft liegt. Nach Verbüßung der Strafe soll der Angeklagte in Sicherungsverwahrung kommen, fordert der Staatsanwalt. Es bestünde die begründete Gefahr, dass Detlef S. erneut mit einer psychisch labilen Mutter zusammen leben und dann deren Kinder missbrauchen würde. Das hatte auch der Gutachter so gesehen.

Der wusste damals noch nicht das, was Katharina Hellwig, Anwältin von Natascha S., den entsetzten Zuhörern mitteilt: "Drei der Kinder von Natascha sind mit großer Wahrscheinlichkeit von ihrem Vater missbraucht worden." Die Kinder befänden sich derzeit in einer Klinik, wo man diesen Vorwurf klären will.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(