Iran Deutschem Angler soll der Prozess gemacht werden

Vermutlich aus Versehen ist ein deutscher Hochseeangler in iranische Hoheitsgewässer geraten. Dort wurde er vom Militär aufgelesen, nun soll ihm der Prozess gemacht werden.

Das Auswärtige Amt (AA) hat dem in Iran festgehaltenen Deutschen für den Prozess wegen einer illegalen Bootstour in iranischen Hoheitsgewässern Unterstützung zugesagt. "Wir hoffen, dass dieses Verfahren möglichst schnell abgeschlossen werden kann", sagte AA-Sprecher Martin Jäger am Freitag. "Bis dahin wird der Betroffene vom Auswärtigen Amt auch weiter konsularisch betreut." Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut. Das AA will "für eine gute anwaltliche Betreuung" sorgen.

Der Mann war am 29. November von iranischen Sicherheitskräften aufgegriffen worden und befindet sich in Gewahrsam. Er war mit einem französischen Freund beim Hochseefischen in die Hoheitsgewässer geraten. "In dieser Sache stehen wir selbstverständlich auch in Kontakt mit den französischen Kollegen", sagte der AA-Sprecher. Der Freund des Deutschen wird ebenfalls festgehalten. Nach Angaben der französischen Botschaft in Teheran ist der Franzose bei guter Gesundheit.

Soll sich nicht um einen Spionagefall handeln

Der 52-Jährige war mit seiner Frau und dem Franzosen in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Urlaub und hatte mit dem Freund eine Angeltour unternommen. Die Ehefrau kehrte später wieder nach Deutschland zurück. Die Insel Abu Mussa, in deren Nähe der Angler aufgegriffen wurde, ist streng abgeschirmt und dient angeblich auch als strategischer Militärstützpunkt Irans. Dort sollen nach unbestätigten Berichten Raketen aufbewahrt sein.

Es soll sich nicht um einen Spionagefall handeln. Ob die Männer in einem Gefängnis festgehalten werden, war unklar. Die deutsche Seite hatte Iran um eine schnellstmögliche Freilassung gebeten. Ein diplomatischer Vertreter Irans in Deutschland kündigte einen Prozess an. Der Termin stand am Freitag noch nicht fest.

DPA DPA

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