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Iran: Hinrichtungen nach Moschee-Anschlag

Im Iran sind drei Männer wegen des Bombenanschlags auf eine Moschee öffentlich hingerichtet worden. Die Verurteilten wurden in der Nähe des Anschlagsorts in Sahedan im Südosten des Landes gehängt.

Bei dem Attentat in der Provinz Sistan-Baluchistan kamen am Donnerstag mindestens 20 Menschen ums Leben, mehr als 120 weitere wurden verletzt. Der Anschlag war der schwerste im Iran seit dem 1988 beendeten Krieg mit dem Nachbarland Irak. Laut saudischem Fernsehsender Al-Arabija bekannte sich die sunnitische Oppositionsgruppe Dschundollah (Gottes Soldaten) zu der Tat. Iranische Regierungsvertreter warfen den USA vor, die Attentäter angestiftet zu haben. Die US-Regierung wies dies umgehend zurück.

Iran macht USA verantwortlich

Das geistliche Oberhaupt des Golfstaates, Ajatollah Ali Chamenei, bekräftigte die Vorwürfe und schrieb den Anschlag "Mächten zu, die sich einmischen". Es gebe keinen Zweifel daran, dass an den Händen dieser Kräfte und deren Spionagedienste das Blut Unschuldiger klebe. Alle Iraner müssten auf "Verschwörungen der Feinde" achten, betonte er.

Nach Angaben eines örtlichen Justizvertreters wurden die Hingerichteten in einem rechtmäßigen Verfahren verurteilt. Das Attentat sei mit Sprengstoff verübt worden, den die Angeklagten ins Land gebracht hätten, sagte Ebrahim Hamidi. Das Gericht warf den Männern demnach zudem die Bedrohung der nationalen Sicherheit vor sowie die Verwicklung in terroristische Aktivitäten. Die Grenzregion zu Afghanistan und Pakistan ist die Heimat der Balutschen, einer mehrheitlich sunnitischen Minderheit. Hier kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen der Polizei, Drogenhändlern und Extremisten.

Reuters