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Mord auf Island: Eine Woche vermisst - nun gibt es traurige Gewissheit im Fall einer jungen Isländerin

In Island ist die Mordrate so gering wie in kaum einem anderen Land der Welt. Deswegen hat der Fall einer vermissten jungen Frau das Land mehr als eine Woche in Atem gehalten. Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Das Mordopfer von Island ist eine junge frau mit rotblonden langen Haaren. Ihre Gesicht wurd verpixelt.

In Island ermordet: Birna B.

Es ist kurz vor halb sechs Uhr morgens an einem Samstag Mitte Januar, als Birna B. eine Bar in Reykjavik verlässt. Das zeigen die Bilder einer Überwachungskamera. Kurz danach rollt ein roter Kia durchs Bild. Dass sich überhaupt jemand das Video anschaut, hat einen Grund: Die 20-Jährige kommt nicht zuhause an. Acht Tage beunruhigte der Fall der vermissten jungen Frau ganz . Dann fand man ihre Leiche an einem Strand der Halbinsel Reykjanes, südlich der isländischen Hauptstadt.

In Island gibt es Jahre ohne Mord

Dass der Fall so hohe Wellen schlägt, liegt an der niedrigen Mordrate des Landes. 2012 gab es gerade einmal einen Mord auf der Insel im Nordatlantik, 2008 und 2006 gab es gar keinen, wie eine Statistik der Vereinten Nationen zeigt. Sogar der isländische Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson meldete sich wegen der Vermissten auf seiner Facebook-Seite zu Wort: "Einigkeit, Ruhe und der Wille, etwas Gutes zu vollbringen, sind jetzt am Wichtigsten. Hüten wir uns vor all dem, was die verletzt, die am wenigsten dafür können, oder was Misstrauen und Vorurteile schürt. Lasst uns zusammen stehen, Isländer, lasst uns Stärke, Hoffnung und Solidarität zeigen", übersetzt "Iceland Review" seinen Facebook-Eintrag.


Eine Woche lang suchten 570 Freiwillige einer Rettungsorganisation mit elf Suchhunden, elf Flugdrohnen sowie einem Hubschrauber der Küstenwache die Halbinsel ab, berichtet "Icelandic Review"Laut "Iceland Monitor" hat die Crew des Küstenwachen-Hubschraubers schließklich B.s Leichnam am Strand nahe des Leuchtturms Selvogsviti entdeckt.

Zwei Matrosen in Untersuchungshaft

Wo sie suchen mussten, wussten sie durch das Handysignal von B., das zuletzt in Hafnarfjörður geortet worden war und wo man auch die Schuhe der Vermissten entdeckte. Und noch eine Spur führte nach Hafnarfjörður: Der rote Kia war von zwei Matrosen gemietet worden, deren Fischkutter in dem Ort festgemacht hatte. Im Auto entdeckte die Polizei laut "Iceland Monitor" Blutspuren von Birna B. Ihr Fundort liegt rund 40 Autominuten von Hafnarfjörður entfernt.

Weil der grönländische Kutter bereits ausgelaufen war, beorderten die isländischen Behörden das Schiff zurück. Die zwei Matrosen sitzen in Untersuchungshaft.

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tkr mit DPA