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Jahresrückblick 2007: Maddie verzweifelt gesucht

Kurz vor ihrem vierten Geburtstag verschwindet die kleine Maddie während eines Portugal-Urlaubs. Ihre Eltern starten eine beispiellose Suche. Sie plakatieren Fotos ihrer Tochter, versprechen eine Belohnung für ihre Wiederkehr und geraten wegen des Medienrummels ins Zwielicht - doch Maddie bleibt verschwunden.

Von Karin Spitra

Am Anfang muss es noch ein schöner Familienurlaub mit den drei Kindern gewesen sein. In Portugal, in einer netten Hotelanlage mit verspielten Tagen am Pool. Mit fröhlichen Abenden mit Freunden im Hotelrestaurant, die Kinder schlafen wenige Meter entfernt im Apartment. In Sicherheit. In Sicherheit? Nicht ganz: Als der Vater am 3. Mai zwischendurch die Kinder kontrollieren will, fehlt eines: Die Zwillinge Amelie und Sean schlafen zwar fest, doch die fast vierjährige Maddie liegt nicht in ihrem Bettchen. Damit ist der Schritt vom Urlaubsparadies an der portugiesischen Algarve zur privaten Hölle der McCanns getan.

Obwohl die Eltern Kate und Gerry sofort eine fieberhafte Suche beginnen, gibt es keine einzige Spur. Die portugiesische Polizei durchkämmt die gesamte Anlage des "Ocean Club" mit seinen 250 Apartments. Das Apartment in Praia da Luz wird untersucht, alle Angestellten und Nachbarn befragt. Das Ergebnis: Null. In ihrer Verzweiflung beginnen die McCanns eine beispiellose Medienkampagne. Plakatieren Fotos ihrer Tochter mit detaillierten Beschreibungen, versprechen eine Belohnung für ihr Wiederkehr. Reisen um die Welt, fast schon als PR-Agenten in Sachen Maddie. Sammeln über eine Million Euro an Spenden.

Trotz Hinweisen führt keine Spur zu Maddie

Sogar Papst Benedikt XVI. trifft Kate und Gerry McCann auf dem Petersplatz und segnet ein Foto ihrer Tochter. Angereist sind die McCanns mit der Privatmaschine eines britischen Millionärs. Der Fußballer David Beckham lässt sich mit einem Suchposter von Maddie fotografieren. Richard Branson, Chef der Virgin-Airline, spendet eine große Summe als Belohnung für Maddies Auffinden und auch die Fußball-Profis von Real Madrid entrollen während ihrer Siegesfeier nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft ein Banner auf dem steht "Alle mit Maddie".

Doch trotz Hunderter von Hinweisen führt keine Spur zu Maddie - sie bleibt verschwunden. Und so gerät das Ärzte-Ehepaar schließlich selbst in den Verdacht, seine Tochter getötet zu haben. Denn es gibt keine Lösegeldforderungen und die Polizei geht mittlerweile von einem familiären Hintergrund für das Verbrechen aus. Doch Gerry und Kate McCann wiesen die Anschuldigen empört von sich. Dennoch gelten sie für die portugiesischen Behörden als Verdächtige. Sie glauben, dass Maddie bei einem Unfall im Ferienapartment der Eltern ums Leben kam - und diese ihr Verschwinden nur vorgetäuscht haben, um vom tödlichen Unfall abzulenken. 100-prozentige Beweise für diese Theorie gibt es nicht. Die weltweite Boulevardpresse heizt die Spekulationen mit angeblichen Aussagen "eingeweihter Kreise" an. Längst schon gilt die Unschuldsvermutung für die McCanns nicht mehr, den medialen Zauberlehrling, den sie gerufen haben, werden sie nun nicht mehr los. Und Maddie? Bleibt verschwunden...