Jamaika Polizei nimmt Drogenboss "Dudus" fest


Straßenschlachten, Ausnahmezustand, Schießereien: Als Drogenboss Christopher "Dudus" Coke verhaftet werden sollte, brach in Jamaikas Hauptstadt Kingston Ende Mai das Chaos aus. 70 Menschen starben. Nun ist einer der "weltweit gefährlichsten Drogenbarone" in Polizeigewahrsam.

Der in Jamaika gesuchte Drogenboss Christopher "Dudus" Coke ist in Polizeigewahrsam. Das berichteten jamaikanische Medien übereinstimmend aus der Hauptstadt Kingston. Danach hat sich Coke offenbar auf Vermittlung eines Geistlichen der jamaikanischen Polizei gestellt. In den USA wird Coke wegen Mordverdachts gesucht, ihm werden außerdem Rauschgift- und Waffenhandel vorgeworfen. Für seine Ergreifung war kürzlich eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt worden.

Die genauen Umständen der Verhaftung sind noch unklar. Der Pastor sagte einem Radiosender in Jamaika, er und Coke hätten sich auf dem Weg in die US-Botschaft befunden, als sie von einer jamaikanischen Polizeieinheit gestoppt worden seien. Ein Polizeisprecher bestätigte die Festnahme Cokes. Er forderte dessen Freunde und Familie auf, Ruhe zu bewahren. Der Gefangene sei an einen sicheren Ort gebracht worden und solle schnellstmöglich einem Richter vorgeführt werden.

Drogenhandel als Familientradition

Bei der Jagd auf Coke war es im Mai zu blutigen Straßenkämpfen gekommen, bei denen auch unbescholtene Bürger ums Leben kamen. Coke hatte sich während der Unruhen mit seinen Bandenmitgliedern in dem Stadtviertel Tivoli Gardens verschanzt. Hunderte Polizisten und Soldaten waren zeitweise auf der Suche nach Coke im Einsatz. Bei Schießereien zwischen den Gangsterbanden und Sicherheitskräften in Kingston starben mehr als 70 Menschen. Der Hang zum illegalen Drogenhandel hat in der Familie Tradition: Bereits Cokes Vater, Jim Brown, war Boss einer Drogenbande und kam 1992 bei einem Gefängnisbrand ums Leben, als er auf seine Auslieferung in die USA wartete. Anfang Juni war der Bruder Cokes festgenommen worden. Leighton "Livity" Coke stellte sich der Polizei. Auch er stand auf der Liste der Meistgesuchten.

Das US-Justizministerium bezeichnete Christopher "Dudus" Coke als einen der "weltweit gefährlichsten" Drogenbarone. Coke soll seit 1990 einen international agierenden Drogenring namens "The Shower Posse" anführen, der laut US-Ermittlern Marihuana und Crack vor allem in den Großraum New York liefert. Im August des vergangenen Jahres war er in den Vereinigten Staaten angeklagt worden. Im Falle einer Auslieferung und Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

swd/DPA/AFP/APN DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker