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Horror in der Nacht: Amokläufer tötet in Japan 19 Menschen im Behindertenheim

Ein Amoklauf schockiert Japan. Ein junger Mann ersticht in einem Behindertenheim mindestens 19 Menschen. Anschließend geht er zur Polizei und stellt sich.

Japanische Polizeikräfte riegeln das Behindertenheim ab, in dem zu einem Amoklauf gekommen ist

Japanische Polizeikräfte riegeln das Behindertenheim ab, in dem zu einem Amoklauf gekommen ist

Das Grauen überfiel die Menschen in der Nacht. Im Behindertenwohnheim mit dem schönen Namen "Tsukui Yamayuri En (Tsukui Bergliliengarten)" schliefen die Bewohner gerade, als plötzlich gegen 02.30 Uhr ein Mann im Erdgeschoss eine Scheibe zertrümmert und eindringt. Der Horror, der sich dann in dem Gebäude in einem Wohngebiet abspielt, lässt sich kaum erahnen. Nur so viel steht am Morgen fest: 19 wehrlose Menschen starben in dieser Nacht einen grausamen Tod, brutal erstochen von einem Mann, der noch bis vor gar nicht langer Zeit dort für sie gearbeitet haben soll. Was den erst 26 Jahre alten Mann zu seiner Wahnsinnstat trieb, ist zunächst unklar.

Als die Menschen in Japan an diesem Morgen erwachten und den Fernseher einschalteten, herrschte im ganzen Land Entsetzen. Gerade erst hatten die Inselbewohner von den schrecklichen Ereignissen im 10 000 Kilometer entfernten Deutschland gehört, und nun passiert ein Amoklauf plötzlich im eigenen Land. Die Fernsehsender zeigen Bilder von etlichen Krankenwagen, die in langer Reihe vor der Behindertenanlage in einem Wohngebiet vorgefahren sind und die rund zwei Dutzend Verletzten, davon mehrere Schwerverletzte, in die Krankenhäuser bringen. In der Nähe befindet sich eine Grundschule. 

Der Amokläufer soll arbeitslos gewesen sein

Der Täter hat sich bereits kurz nach seinem Verbrechen selbst der Polizei gestellt. Der nach eigenen Angaben frühere Mitarbeiter der Behindertenwohnanlage fuhr demnach mit seinem eigenen schwarzen Wagen direkt zu einer örtlichen Polizeiwache und gestand die grausame Tat.

Er habe eine Tasche dabei gehabt, voll mit teils blutverschmierten Messern und anderen scharfen Werkzeugen. "Ich habe es getan", wurde der junge Mann zitiert. Und weiter: "Es ist besser, wenn die Behinderten verschwinden". Mehr war zu seinem Motiv zunächst unklar.

Der junge Japaner soll zuletzt arbeitslos gewesen sein. Die Medien des Landes veröffentlichten, wie in solchen Fällen üblich, den vollen Namen des Mannes. Auf einem undatierten Foto ist ein junger Mann mit Brille und einem breiten Lächeln zu sehen.

Immer wieder Übergriffe mit Messern

Es war der blutigste Amoklauf seit Jahren in dem fernöstlichen Land. Zwar gilt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im internationalen Vergleich weiterhin als ein Land mit geringer Gewaltkriminalität, was nicht zuletzt auf die äußerst scharfen Gesetze zum Verbot von Schusswaffen zurückgeführt wird. Doch kommt es wieder zu Übergriffen mit Messern. 2008 hatte ein Mann in Tokio sieben Menschen erstochen.

Der damals 25-jährige Japaner war zur Mittagszeit im weltberühmten Elektronik-Shoppingviertel Akihabara mit einem Lastwagen in die Menge gerast und hatte wahllos auf Passanten eingestochen. Zehn Menschen wurden verletzt. Wie er dürfte auch der Amokläufer vom Dienstag eines Tages zum Tode durch den Strang verurteilt werden.
 

ivi / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?