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Bluttat in Japan: Ex-Diplomat tötet seinen Sohn aus Angst, dieser könnte Amok laufen

Ein japanischer Ex-Diplomat hat seinen 44-jährigen Sohn getötet. Der 76-jährige Vater befürchtete, sein Spross habe einen Angriff auf Schulkinder geplant gehabt. Erst vor einigen Tagen gab es einen Messerangriff, bei dem zwei Menschen getötet wurden.

Ein Polizeiauto in Japan

Ein Polizeiauto in Japan

Getty Images

Weil er Angst hatte, dass sein 44 Jahre alter Sohn einen Angriff auf Schulkinder geplant hatte, tötete der 76-jährige, japanische Ex-Diplomat und ehemaliger Regierungsbeamte Hideaki K. diesen - offenbar mit mehreren Messerstichen. Dies berichtet unter anderem die japanische Zeitung "Asahi Shimbun". Hideaki K., der unter anderem als Botschafter in der Tschechischen Republik tätig war, wurde wegen Mordverdachts festgenommen.

Der Polizei sagte er, dass der Amoklauf in Kawasaki eine Woche zuvor Auslöser für seine Tat gewesen sein soll. Bei dem Angriff hatte ein Mann zwei Menschen getötet, darunter ein Schulmädchen. Der Täter nahm sich anschließend das Leben. Der Ex-Botschafter dachte nach Angaben der Polizei, dass sein Sohn "anderen Schaden zufügen" könne. Laut ihm neigte sein Sohn dazu "sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzuziehen" und ein "gewalttätiges Verhalten" gegenüber ihm und seiner Frau zutage zu legen.

Sohn mit mehreren Messerstichen getötet

Der getötete Sohn, der seit Kurzem bei seinen Eltern in Tokio gelebt haben soll, sei laut Medienberichten mit mehreren Wunden in seinem Oberkörper in seinem Bett aufgefunden worden. Bei ihm wurde ein Küchenmesser gefunden. Der Vater hatte zuvor die Polizei angerufen und mitgeteilt, dass er seinen Sohn erstochen habe. Eine Notiz, die in seinem Haus gefunden wurde, legt dies ebenfalls nahe. Auf dieser stand: "Es gibt keinen anderen Weg, als ihn zu töten".

Hideaki K. sagte den Ermittlern, dass er das Gefühl hatte, sich in Lebensgefahr zu befinden. Dies erwecke laut Polizei den Verdacht, dass es einen Streit innerhalb der Familie gegeben habe. So soll es einen Streit zwischen Vater und Sohn gegeben haben, nachdem sich der 44-Jährige über den Lärm einer Sportveranstaltung einer nahe gelegenen Grundschule aufregt hatte. Aufgrund dessen und wegen des jüngsten Messerangriffs in Kawasaki, so vermutet die Polizei, war der Vater besorgt darüber, dass sein Sohn Schulkinder ebenfalls angreifen könnte.

Der 44-jährige Sohn des ehemaligen Diplomaten wurde als "Hikikomori" bezeichnet, ein Phänomen in Japan, welches Menschen beschreibt, die sich sozial zurückziehen und (fast) keine Kontakte mehr zu anderen Menschen haben, berichtet die Zeitung "The Japan Times". Hikikomori-Aktivisten und Unterstützer sagten laut der "Japan Times", dass Medienberichte über solche Fälle Vorurteile gegenüber diesen Menschen verbreiten würden. Der japanische Journalist Masaki Ikegami, der sich seit über 20 Jahren mit dem Phänomen "Hikikomori" befasst, sagte der "Japan Times", es sei sehr selten, dass "Hikikomori" Verbrechen begehen würden.

Quellen: "Asahi Shimbun", Nachrichtenagentur Kyodo, "The Japan Times" 

rw