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Jeffrey Epstein Minderjährige missbraucht? Milliardär Epstein soll versucht haben, Zeugen zu kaufen

Mit diesem Foto ist Jeffrey Epstein in einer Datenbank für Sexualstraftäter gespeichert
Mit diesem Foto ist Jeffrey Epstein in einer Datenbank für Sexualstraftäter gespeichert
© Florida Department of Law Enforcement / AFP
Vor mehr als zehn Jahren kam Milliardär Jeffrey Epstein noch mit einem Deal davon. Auch dieses Mal versucht sich der Sexualstraftäter offenbar aus der Affäre zu ziehen – mithilfe seines Geldes.

Der wegen Missbrauch von Minderjährigen festgenommene US-Milliardär Jeffrey Epstein soll mehreren US-Medien zufolge versucht haben, mögliche Zeugen zu kaufen. Der Investmentbanker habe insgesamt 350.000 Dollar (etwa 310.000 Euro) an zwei Personen gezahlt, die gegen ihn hätten aussagen können, berichteten US-Medien am Freitag unter Berufung auf die New Yorker Staatsanwaltschaft.

Der prominente 66-Jährige soll Dutzende Minderjährige zwischen 2002 und 2005 missbraucht und zur Prostitution gedrängt haben. Er sitzt in New York in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Er beteuert seine Unschuld, bei einer Verurteilung drohen ihm 45 Jahre Haft.

Mit diesem Foto ist Jeffrey Epstein in einer Datenbank für Sexualstraftäter gespeichert
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© Florida Department of Law Enforcement / AFP

Epstein soll 350.000 US-Dollar gezahlt haben

Laut den Berichten flossen im November und Dezember 2018 Zahlungen in Höhe von 100.000 und 250.000 Dollar an zwei Personen, die mutmaßlich in den Fall verwickelt sind. Die Vorgehensweise und insbesondere der Zeitpunkt deuteten darauf hin, dass der 66-Jährige versucht habe, die Zeugen zu "beeinflussen", zitierte die "New York Times" die Staatsanwaltschaft.

Von der "Washington Post" werden die beiden mutmaßlich bestochenen Co-Verschwörer genannt. Im Fall Epstein geht es auch darum, dass er Angestellten und von ihm missbrauchten Mädchen Geld dafür gezahlt haben soll, dass sie ihm weitere potenzielle Opfer bringen.

Sehen Sie im Video: US-Arbeitsminister Acosta tritt wegen Epstein-Skandal zurück 

Jeffrey Epstein und der "Deal seines Lebens"

Die aktuelle Anklage gegen Epstein ist nicht die erste. Bereits vor mehr als zwölf Jahren geriet er wegen der selben Vorwürfe ins Visier der Behörden. Damals rettete ihn der "Deal seines Lebens", wie es der "Miami Herald" später nannte, auch ausgehandelt vom damaligen Staatsanwalt für Süd-Florida, Alex Costa. Dieser war bis Ende der Woche Arbeitsminister unter Trump, trat jedoch im Zuge der Aufregung um den Epstein-Fall am Freitag zurück.

Den Berichten zufolge soll sich Epstein Anfang des Jahrtausends mehrfach an Mädchen herangemacht haben, manche bis zu 14 Jahren jung. Mehrere Dutzend von ihnen soll er in der Regel in eine seiner Wohnungen gelockt haben, um sich gegen Geld von ihnen massieren zu lassen. Dann hätte er sich an ihnen vergangen. Auf berüchtigten Pool-Partys soll er die jungen Mädchen auch seinen Gästen gegen Geld für sexuelle Handlungen überlassen haben.

2007 wurde der Mann in Florida festgenommen, wenngleich er stets beteuerte, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt und er habe immer gedacht, die Mädchen seien 18 Jahre alt. Ihm drohte damals nach US-Recht eine Freiheitsstrafe von mehreren Jahrzehnten, doch er rettete sich über den von vielen Seiten scharf kritisierten Deal. So bekannte sich Epstein in zwei minder schweren Prostitutions-Anklagepunkten für schuldig, zahlte einigen Opfern Entschädigungen und saß 13 Monate seiner 18-monatigen Haftstrafe ab. Während der 13 Monate durfte er zudem an sechs von sieben Wochentagen tagsüber das Gefängnis verlassen, um zu arbeiten. Epstein wird seit dieser Zeit als Sexualstraftäter in einer entsprechenden Datenbank geführt, ein Verfahren vor einem Bundesgericht blieb ihm jedoch durch den Deal erspart. Laut Medien soll das FBI damals 36 minderjährige Opfer identifiziert gehabt haben.

Quellen:"New York Times" / "Washington Post"

fin

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