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Sexualstraftäter: US-Justizminister äußert sich zu Verschwörungstheorien um Tod von Epstein

Seit dem Tod von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ranken sich Verschwörungstheorien um dessen Ableben. Nun hat sich US-Justizminister William Barr eingeschaltet und spricht von einer ganzen Reihe von menschlichen Fehlern.

US-Justizminister William Barr (l.) und der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein

US-Justizminister William Barr (l.) und der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein

Getty Images / AFP

US-Justizminister William Barr schaltet sich in die Debatte um den Tod von Jeffrey Epstein ein und unterstreicht die offizielle Version, dass der Sexualstraftäter und Multimillionär in seiner Zelle in einem Gefängnis in Manhattan Suizid begangen hat. Zwar habe Barr selbst zunächst seine Zweifel gehabt, sagte der Trump-Vertraute in einem Interview mit AP News. Doch habe er sich persönlich die Überwachungsvideos aus dem Gefängnis angesehen und sich davon überzeugt, dass in der fraglichen Nacht niemand zu Epstein gelangt sein könnte. Der Suizid Epsteins sei begünstigt worden durch "eine ganze Reihe von Patzern" (engl. perfect storm of screw-ups). "Ich kann Menschen verstehen, die sofort, deren Köpfe sofort vom schlimmsten Szenario ausgehen", sagte Barr in einem Interview mit AP News. 

Wärter fanden Epstein am 10. August tot in seiner Zelle. Seitdem ranken sich wilde Gerüchte um das Ableben des US-Investmentbankers. Der 66-Jährige wartete auf seinen Prozess wegen des sexuellen Missbrauchs sowie der Prostitution minderjähriger Mädchen, manche nur 14 Jahre alt. Weil er in hohen Gesellschaftskreisen gut vernetzt war, unter anderem enge Kontakte zu Prinz Andrew und Ex-US-Präsident Bill Clinton pflegte, vermutet manch einer, dass ein Prozess hässliche Details für den ein oder anderem Promi zu Tage hätte fördern können. Ergo müsse hinter dem Tod in der Zelle ein Mord zur Vertuschung stehen, so eine besonders in den USA weit verbreitete These. 

Viele Ungereimtheiten rund um Epsteins Tod

Tatsächlich gab es zahlreiche Ungereimtheiten rund um den Tod des Multimillionärs. So war er knapp drei Wochen vor seinem Tod bewusstlos und mit Verletzungen am Hals in seiner Zelle gefunden und ab dann eigentlich unter ständige Beobachtung gestellt worden. Seine Anwälte ließen diese jedoch eine Woche vor seinem Tod wieder aufheben. Trotzdem gab es die Auflage, dass Epstein nicht alleine untergebracht werden sollte. Als Epsteins Zellengenosse einen Tag vor seinem Tod verlegt wurde, bekam Epstein dennoch keinen Ersatz und wurde am nächsten Morgen tot aufgefunden.

Eigentlich hätten die Wärter alle 30 Minuten nach ihm schauen müssen, taten dies aber aktuellen Ermittlungsergebnissen zufolge nicht. Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Anklage gegen zwei Gefängniswärter fälschten diese beiden in der Nacht die Protokolle und sparten sich die Besuche an Epsteins Zelle, um in Online-Shops nach Möbeln und Motorrädern zu suchen.

Ende Oktober schürte dann ein vom Bruder des Toten beauftragter Gerichtsmediziner weitere Zweifel an der Suizid-These. Die Verletzungen an dessen Hals würden eher auf eine Tötung hindeuten, als auf ein Erhängen, so Michael Baden bei "Fox & Friends".  Der 85-Jährige ist einer der bekanntesten Gerichtsmediziner der USA, präsentierte jahrelang die HBO-Serie "Autopsie" und sagte im Mordprozess zu Gunsten von O.J. Simpson aus.

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Justizministerium ermittelt, wie Epstein sich das Leben nehmen konnte

Im Justizministerium läuft aktuell noch eine Ermittlung zu den Umständen von Epsteins Tod. "Es wäre wichtig gewesen, dass er einen Zimmergenossen bei sich gehabt hätte und wir schauen uns gerade an, warum das nicht passiert ist, und bisher sieht alles danach aus, dass das ein Patzer war", sage Barr.

Quellen: "USA Today" / BBC

fin