HOME

Jörg Kachelmanns Video-Interview: "Der Alptraum ist noch nicht zu Ende"

Imagepflege nach der Haftentlassung: Wettermann Jörg Kachelmann hat in einem Video-Interview seine Unschuld beteuert und über seine Hafterlebnisse gesprochen. Das Video in voller Länge.

Er wirkt sehr gelassen. Konzentriert blickt er seinen Gesprächspartner hinter der Kamera an, die Stimme ist ruhig und klar. Der Kragen seines hellblauen Oberhemds ist offen. Der wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung angeklagte Jörg Kachelmann ist frei und hat ein erstes Interview gegeben - dem freien Journalisten Jan Mendelin. Kachelmanns Botschaft in dem rund vierminütigen Video lautet dabei vor allem: Ich bin unschuldig, ich saß unschuldig im Gefängnis, und ich warte jetzt, dass die deutsche Justiz diese Wahrheit akzeptiert und entsprechend urteilt.

Er sei natürlich sehr über seine Freilassung erleichtert, sagt Kachelmann. "Es ist das Furchtbarste gewesen, was in meinem Leben passiert ist: unschuldig im Gefängnis zu sitzen und genau zu wissen, dass man unschuldig im Gefängnis sitzt", sagt der Moderator. Und im Hinblick auf den anstehenden Vergewaltigungsprozess sagt er: "Dieser Alptraum ist für mich noch nicht zu Ende. Und ich wünsche mir, dass er bald zu Ende geht und sich meine Unschuld in sämtlichen Gremien der deutschen Justiz durchsetzt." Er werde an dem Prozess, dessen Hauptverhandlung am 6. September vor dem Landgericht Mannheim beginnt, persönlich teilnehmen, so der Schweizer. Kachelmann war am Donnerstag nach viereinhalb Monaten Haft entlassen worden.

Offensive Imagepflege

Der Interview-Auftritt Kachelmanns nur einen Tag nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft ist der Versuch, die Glaubwürdigkeit seiner Person und seiner Unschuldsbeteuerung zu untermauern. Es ist zumindest ungewöhnlich, dass der Moderator in einem Video, das in erster Linie über das Internet verbreitet wird, versucht, offensiv Imagepflege zu betreiben. Er gibt kein Zeitungsinterview, er setzt darauf, über ein sich mutmaßlich schnell verbreitendes Video und einen telegen-überzeugenden Auftritt die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten zu steuern. Dabei versucht Kachelmann vor allem durch die Beschreibung seiner Haftumstände und seine persönlichen Erlebnisse mit Vollzugsbeamten und Mithäftlingen, das Bild eines in sich ruhenden, sozial kompetenten Menschen zu zeichnen.

So erläutert Kachelmann in dem Interview, warum er bei seinem Abschied aus der Justizvollzugsanstalt Mannheim am Donnerstag vor laufenden Kameras einen Beamten umarmte hatte. "Das war für über vier Monate mein Stockwerksbeamter", sagt er. "Und dieser Stockwerksbeamte- und nicht nur dieser Stockwerksbeamte, alle, die ich eigentlich erlebt habe in ihrer Arbeit, haben sich ausgezeichnet durch großen Respekt - nicht nur mir gegenüber, sondern allen Gefangenen gegenüber. Und dieser Respekt war durchaus wechselseitig."

Er habe etwas "Klassisches" erlebt, sagt Kachelmann weiter: "Wie es in den Wald hereinruft, so schallt es aus dem Wald heraus." Die Herzlichkeit gegenüber dem Beamten sei deshalb sehr angebracht gewesen, auch als Dank dafür, dass er in dieser "sehr schwierigen Zeit" Respekt habe erleben dürfen. Gegen die Haft habe er sich nur langsam mithilfe seines Anwalts wehren können - ohne genau zu wissen, wann die Unschuld von anderen erkannt werde. Andererseits sei es eine Situation gewesen, in der es Kameradschaft gebe, in der sogar Freundschaften entstehen. Er nennt seinen "Mitreiniger Renée", der sogar eine Art Freund geworden sei, als Beispiel. Dennoch sei der Abschied aus dem Gefängnis ein Abschied von etwas, was "persönlich nicht mehr erleben möchte", sagt Kachelmann. Nun gelte es, die Hauptverhandlung vorzubereiten.

Millionen-Schmerzensgeld von "Bild"?

Kachelmann wird in der seit dem 9. Juli zugelassenen Anklage eine besonders schwere Vergewaltigung in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Der ARD-Wettermoderator wird von einer früheren Freundin der Tat beschuldigt, einer 36-jährigen Radiomoderatorin aus der Kleinstadt Schwetzingen. Am Donnerstag hatte der 3. Strafsenat des Oberlandesgericht Karlsruhe festgestellt, dass kein dringender Tatverdacht mehr bestehe, nur noch ein "hinreichender." Gutachten hatten Zweifel an den Aussagen des mutmaßlichen Opfers geschürt, sodass derzeit Aussage gegen Aussage steht. Deshalb wurde der Moderator sofort auf freien Fuß gesetzt. Für die Hauptverhandlung sind 15 Prozesstage bis zum 27. Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

Unabhängig vom Ausgang des Prozesses geht Kachelmann offenbar gegen die Springer-Presse vor. Laut Mediendienst "Kress" fordert er von der "Bild"-Zeitung und "Bild.de" Schmerzensgeld in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro. Kachelmanns Anwälte werfen dem Boulevardblatt demnach wiederholte Persönlichkeitsrechtsverletzungen vor. Ein Sprecher der Axel Springer AG bestätigte gegenüber "Kress", es seien verschiedene Forderungen eingegangen, die diverse Medien des Hauses beträfen. Die Axel Springer AG weise alle Forderungen zurück.

Florian Güßgen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.