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Jugendrichterin Kirsten Heisig: Todesumstände sollen öffentlich gemacht werden

Die Todesumstände der prominenten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig sollen nach einem Gerichtsurteil nicht unter Verschluss bleiben.

Die Todesumstände der prominenten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig sollen nach einem Gerichtsurteil nicht unter Verschluss bleiben. Die Presse habe einen Anspruch auf Auskunft, teilte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Montag mit. Heisig sei bundesweit bekannt gewesen, daher bestehe ein legitimes öffentliches Interesse an Informationen über ihren unerwarteten Tod (Beschluss vom 11. November 2010 - OVG 10 S 32.10). Heisig schrieb mit dem Buch "Das Ende der Geduld" einen Bestseller.

Laut Gericht steht beim Tod der Richterin auch die Frage im Raum, ob es zwischen ihrem Tod und ihrer Arbeit als Richterin einen Zusammenhang gebe. Geklagt hatte ein Journalist. Die Entscheidung habe Bedeutung über die einzelne Klage hinaus, hieß es im Gericht.

Heisig hatte sich mit ihrem Einsatz gegen Jugendkriminalität insbesondere im Stadtteil Berlin-Neukölln, der als sozialer Brennpunkt gilt, einen Namen gemacht. Sie entwickelte das Modell, nach dem kriminelle Jugendliche bei kleineren Delikten schnell bestraft werden und nicht erst Monate später. Im Juli wurde die 48- Jährige nach tagelanger Suche tot in einem Wald am Stadtrand von Berlin gefunden. Die Juristin habe sich das Leben genommen, teilte die Staatsanwaltschaft damals mit. In Justizkreisen hieß es, Heisig habe persönliche Probleme gehabt.

DPA / DPA