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Zwangsprostitution Junge Mexikanerin wurde "43.200-mal vergewaltigt"


Als Zwölfjährige gerät eine Mexikanerin in die Fänge eines Menschenhändlers und wird zur Prostitution gezwungen. Es ist der Beginn eines vierjährigen Martyriums, dem sie nur mit viel Glück entkommen konnte.

Karla Jacinto wurde als Minderjährige nach ihrer eigenen Schätzung rund 43.200-mal vergewaltigt. Die heute 22-Jährige Mexikanerin geriet vor elf Jahren in die Hände eines Menschenhändlers in Mexiko, der sie in die Prostitution zwang, wie sie dem US-Sender CNN erzählt. Jacinto sagt, dass sie über knapp vier Jahre jeden Tag mit mindestens 30 Männern Sex haben musste. Im vergangenen Jahr hatte sie bereits in einem Unterausschuss des US-amerikanischen Außenministeriums von ihrem Martyrium berichtet. "Ich habe jeden vorstellbaren Fetisch von über 40.000 Kunden bedienen müssen", sagte sie damals.

Im CNN-Interview berichtet sie nun von den genauen Umständen ihrer Misshandlung. Bereits ab ihrem fünften Lebensjahr wurde sie demnach von einem Familienmitglied missbraucht. Im Alter von zwölf Jahren sprach sie dann ein junger Mann in Mexiko-Stadt an, umgarnte sie mit Süßigkeiten und berichtete ihr davon, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Einige Tage später verließ sie mit ihm die Stadt. Zu Anfang behandelte er sie noch gut, wie sie berichtet: "Er liebte mich, er kaufte mir Kleidung, schenkte mir Aufmerksamkeit, kaufte Schuhe, Blumen, Schokolade. Alles war wunderschön." Doch nach ungefähr drei Monaten zwang er sie dann zur Prostitution. Er fuhr mit ihr quer durchs Land, quartierte sie in Hotels und Motels ein, machte auch Hausbesuche bei den Kunden.

Nach vier Jahren endet ihre Hölle

Rund vier Jahre war sie in den Fängen des Menschenhändlers, bekam mit 15 Jahren sogar ein Kind von ihm, das er ihr wegnahm und als Druckmittel einsetzte, berichtet Jacinto. Einmal sei ihr Hotel von Polizisten gestürmt worden und sie habe geglaubt, ihr Leiden fände ein Ende. Doch die Beamten arrangierten sich mit den Besitzern und vergingen sich selbst an dem minderjährigen Mädchen. "Ihre Kunden waren Richter, Priester, Pastoren, Polizisten. Sie wusste, dass sie nicht flüchten und zu den Behörden gehen konnte", sagt die ehemalige mexikanische Senatorin Rosi Orozco über den Fall zu CNN. 

Im Jahr 2008 wurde Jacinto dann mit der Hilfe eines Stammkunden aus ihrem Horror befreit und kämpft nun als Aktivistin gegen Menschenhandel. Sie war im Juli zu Gast im Vatikan und nahm an der "Modern Slavery and Climate Change"-Konferenz teil. Im Mai erzählte sie ihre Geschichte vor dem US-Kongress. Ihr Schicksal stehe stellvertretend für Zehntausende Mädchen auf der Welt, sagt sie.

Hier sehen Sie ihre Rede vor dem Unterausschuss des US-amerikanischen Außenministerium:

fin

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