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Kachelmann in U-Haft Geschäftstermin hinter schwedischen Gardinen


Die Geschäfte müssen weitergehen: Wettermoderator Jörg Kachelmann darf das Gefängnis nicht verlassen, also lädt er die Aktionäre einer seiner Firmen kurzerhand in die Mannheimer Haftanstalt ein. Die Generalvollversammlung hinter Gittern soll einige Entscheidungen auf den Weg bringen.

Der in Untersuchungshaft sitzende Wettermoderator Jörg Kachelmann hält die Generalversammlung einer seiner Firmen an diesem Dienstag im Mannheimer Gefängnis ab. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" bestätigte Kachelmanns Anwalt am Samstag. Die Justizvollzugsanstalt und das Landgericht Mannheim haben nach seinen Angaben die Sitzung der Aktionäre von Kachelmanns Produktions AG hinter Gittern genehmigt.

Der Leiter der JVA, Romeo Schüssler, sagte, es gebe für mehrere Personen die Erlaubnis, Kachelmann zu besuchen. "Wenn das eine Versammlung ist, ist das eben so." Das sei für das Gefängnis nichts Außergewöhnliches. "Für uns ist das ein normaler Besuch." Es gebe genügend Funktionsräume, in denen größere Besuchergruppen empfangen werden können - zum Beispiel bei Hochzeiten. So wie immer werde auch bei Kachelmann ein Vollzugsbeamter mit am Tisch sitzen und das Gespräch überwachen.

Wahl eines neues Verwaltungsrates

Der "Focus" berichtet, dass bei der Versammlung unter anderem beschlossen werden soll, was mit dem Bilanzgewinn 2009 in Höhe von 4,85 Millionen Schweizer Franken (3,56 Millionen Euro) geschieht. Außerdem ist die Wahl des Verwaltungsrates geplant, an dessen Spitze derzeit Kachelmann steht. Geladen sind sieben Aktionäre.

Der Schweizer ist seit dem 20. März hinter Gittern, weil er seine Ex-Freundin in ihrer Schwetzinger Wohnung mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben soll. Kachelmann, der sich vom 6. September an vor Gericht verantworten muss, bestreitet die Vorwürfe. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Ob der Meteorologe, der am Donnerstag seinen 52. Geburtstag im Gefängnis feierte, bis zum Beginn seines Prozesses in Untersuchungshaft bleiben muss, ist ungewiss. Derzeit prüft das Oberlandesgericht Karlsruhe die Haftbeschwerde seines Anwalts.

mlr/DPA DPA

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