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Kachelmann: Mindestens noch eine Nacht im Gefängnis

Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen inhaftierte ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann muss mindestens noch eine Nacht im Gefängnis bleiben.

Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen inhaftierte ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann muss mindestens noch eine Nacht im Gefängnis bleiben. "Wir sehen, was bei einer möglichen Haftprüfung herauskommt. Heute passiert aber nichts mehr", sagte der Sprecher die Staatsanwaltschaft Mannheim, Andreas Grossmann, am Dienstag der Nachrichtenagentur DAPD.

Für die Behörde bestehe weiterhin der Tatverdacht der Vergewaltigung. Bei einem möglichen Strafmaß von zwei bis 15 Jahren Gefängnis wäre laut Grossmann vermutlich auch bei einem in der Region ansässigen Verdächtigen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr beantragt worden. Kachelmann ist Schweizer Staatsbürger. Auflagen bei einer möglichen Aussetzung eines Haftbefehls, über die ein Haftrichter entscheiden muss, seien der Einzug des Passes oder sogenannte Sicherheitsleistungen, also eine Kaution. Das Alter des Opfers gab Grossmann mit Mitte 30 an.

Die Anwälte Kachelmanns wiesen die Anschuldigungen als ungerechtfertigt zurück. Anwalt Ralf Höcker erklärte, die Vorwürfe seien "haltlos" und "frei erfunden". Ob und inwieweit er juristisch dagegen vorgehen wolle, war auf Anfrage des DAPD am Dienstag weder in der Kanzlei noch bei der Kachelmann-Firma Meteomedia zu erfahren.

Der Anwalt des mutmaßlichen Opfers bekräftigte die Tatvorwürfe dagegen in einem Zeitungsinterview. Anwalt Thomas Franz sagte der "Bild"-Zeitung zufolge: "Die Verletzungen und die Vergewaltigung wurden bei einer Untersuchung in der Gerichtsmedizin auch festgestellt." Seine Mandantin sei unmittelbar nach der Tat zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet. "Sie leidet stark unter den Vorkommnissen - schließlich war sie acht Jahre lang Herrn Kachelmanns feste Lebenspartnerin."

Kachelmanns Firma Meteomedia hat für die Wettersendungen in der ARD schon mal bis einschließlich Sonntag einen Ersatzplan aufgestellt. Wie eine ARD-Sprecherin dem DAPD sagte, wird Claudia Kleinert die Schichten des 51-Jährigen bei den "Tagesthemen" übernehmen, für die sie teilweise aber ohnehin bereits eingeteilt gewesen sei. Wahrscheinlich werde Kleinert Kachelmann auch bei "Das Wetter im Ersten" kurz vor der "Tagesschau" vertreten.

Über die Vertretung hinaus wollte die ARD den Fall Kachelmann nicht kommentieren. Am Montag war bekanntgeworden, dass der 51-jährige Schweizer in Mannheim in Untersuchungshaft sitzt, weil er im Februar nach einem Streit seine langjährige Freundin gegen deren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll. Kachelmann war am Samstag bei der Einreise am Frankfurter Flughafen von der Landespolizei Hessen verhaftet worden.

APN / APN