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Kachelmann-Prozess Attacke gegen die Ex-Geliebten


Jörg Kachelmanns Anwalt holt zum Gegenschlag aus: Die Aussagen der Ex-Geliebten im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator seien unglaubwürdig. Und er unterstellte ihnen, nur auf Geld, nicht auf die Wahrheit aus zu sein.
Von Malte Arnsperger, Mannheim

Am 32. Tag des Vergewaltigungsprozesses gegen Jörg Kachelmann hat dessen Anwalt Medien und mehrere der sogenannten Lausemädchen des Wettermoderators angegriffen. Zum einen forderte Johann Schwenn Ermittlungen gegen Anja L. (Name geändert) wegen uneidlicher Falschaussage. Die Frau hatte in mehreren Zeitungsinterviews behauptet, Kachelmann habe sie 2005 zum Sex gezwungen, obwohl sie "Nein" gesagt habe. Dies hat die heute 23-Jährige dem Anwalt zufolge auch in ihrer nicht-öffentlichen Aussage vor Gericht bestätigt. In einer früheren Vernehmung bei der Polizei habe Anja L. jedoch von diesem "Nein" nichts erzählt, sagte Schwenn.

Das Geschäft mit den Aussagen

Die Aussage der Frau könnte für Kachelmann gefährlich werden, da er sich nach wie vor dem Vorwurf ausgesetzt sieht, seine Ex-Geliebte Silvia May (Name geändert) in der Nacht zum 9. Februar 2010 vergewaltigt zu haben. Mit dem Antrag will Schwenn nun die Glaubwürdigkeit der Zeugin Anja L. untergraben, das will der Hamburger Anwalt auch bei Linda T. (Name geändert) erreichen. Die Züricherin ist ebenfalls eine Bekannte Kachelmanns. Berichten von "Bild" und "Focus" zufolge hatte sie nur wenige Wochen vor der angeblichen Vergewaltigung von Silvia May eine äußerst unangenehme Begegnung mit dem Wetterexperten. So soll Kachelmann Linda T. ziemlich rüde zum Sex gedrängt, wenn nicht sogar gezwungen haben. Er habe sie an den Haaren gezogen, am Hals gepackt und geschlagen, behauptete sie den Berichten zufolge. Eine Aussage, die Kachelmann vom Gericht ebenfalls negativ ausgelegt werden könnte. Linda T. war vor einigen Wochen ohne Publikum in der Schweiz vernommen worden, danach berichteten die Blätter über ihre angebliche Aussage.

Schwenn, der Linda T. verdächtigt, mit den Journalisten gesprochen zu haben, verlangte nun die "Offenlegung der Vergütungsvereinbarungen" der Frau mit den Zeitungen. "Wenn das Gericht die Angaben der Zeugin für erheblich erhält, dann muss es diesem Antrag entsprechen. Denn wer die Nicht-Öffentlichkeit für sich beansprucht, aber in Wahrheit nur ein Geschäft machen will, darf nicht darauf hoffen, dass ihm das Gericht auch nur ein Wort glaubt."

Kachelmann schweigt sich aus

Kein Wort wird es dagegen von Kachelmann geben. Der Wettermoderator werde sich, so wie bisher, nicht zu seiner Person äußern, sagte Schwenn. Denn auch wenn das Gericht seinen Mandanten freisprechen sollte, brauche es dafür diese Angaben nicht. Die Mannheimer Richter hatten eine Aussage Kachelmanns angeregt. Die Begründung: Das sei für ein Urteil notwendig, da dies andernfalls wegen formaler Fehler aufgehoben werden könnte.

Das Mannheimer Gericht vernahm nach den Anträgen Schwenns eine Polizeibeamtin und eine weitere Ex-Geliebte Kachelmanns unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die junge Frau soll 2001 von Kachelmann geschlagen worden sein und dies nach seiner Verhaftung der Staatsanwaltschaft gemeldet haben. Die Behörde hatte deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung gegen Kachelmann eingeleitet, das aber im Hinblick auf den Vergewaltigungsprozess vorläufig eingestellt wurde. Der Prozess wird am 23. März fortgesetzt, am 25. März soll dann Silvia May erneut gehört werden.


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