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Kachelmann-Prozess: Ex-Freundin will angeblich Zeugenaussage an Illustrierte verkaufen

Eine ehemalige Geliebte des Ex-Wettermoderators Jörg Kachelmann will nach ihrem Zeugenauftritt am Montag vor Gericht offenbar ihre Geschichte an eine Illustrierte exklusiv verkaufen.

Eine ehemalige Geliebte des Ex-Wettermoderators Jörg Kachelmann will nach ihrem Zeugenauftritt am Montag vor Gericht offenbar ihre Geschichte an eine Illustrierte exklusiv verkaufen. Das teilte Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock nach dem 14. Verhandlungstag am Landgericht Mannheim mit. Der Vertrag zwischen der Frau und der Illustrierten liege dem Gericht vor, sagte Birkenstock. Die Ex-Geliebte hatte den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Diesem Antrag war auch stattgegeben worden.Nach Auffassung Birkenstocks bestehe der Verdacht, dass sie die Öffentlichkeit ausschließen wollte, um ihre Geschichte exklusiv verkaufen zu können. Ob sie allerdings ihr Intimleben in der Illustrierten ausbreiten wird, sei offen. Der Anwalt meinte, das Gericht müsse das Verhalten der Zeugin nun bei der Beweiswürdigung berücksichtigen.

Die 29-Jährige Försterin aus Norddeutschland soll am Morgen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung mit dem Angeklagten telefoniert und ihn bei diesem Gespräch als gestresst beschrieben haben. Diese Aussage machte sie bereits im Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft. In der Verhandlung soll auch eine Freundin der Försterin gehört werden, mit der sie über das angeblich auffällige Telefongespräch mit Kachelmann gesprochen hatte.

Der Meteorologe muss sich seit 6. September 2010 wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung verantworten. Seine langjährige Freundin war in ihrer mehr als 20-stündigen Zeugenvernehmung bei ihrer Beschuldigung geblieben, Kachelmann habe sie nach einem Streit mit dem Messer bedroht und vergewaltigt. Die 37-jährige Radiomoderatorin sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Der Schweizer bestreitet die Tat und spricht von einer einvernehmlichen Trennung. Im Prozess schweigt der 52-Jährige jedoch. Vor dem Landgericht Mannheim steht auch nach 14 Verhandlungstagen Aussage gegen Aussage.

Der Prozess wird am Mittwoch (10. November) fortgesetzt. Bei der Befragung von Zeugen aus dem beruflichen Umfeld Kachelmanns wird die Öffentlichkeit voraussichtlich zugelassen.

Das Urteil wird möglicherweise aber erst 2011 gesprochen. Verteidiger Birkenstock geht nicht mehr von einer Verkündung in diesem Jahr aus. Als Grund nannte er das "außerordentlich gründliche" Vorgehen des Gerichts. Offiziell ist der Prozess bis zum 21. Dezember terminiert.

APN / APN