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Kachelmann-Prozess Verteidigung scheitert mit Befangenheitsantrag


Schlappe für die Kachelmann-Verteidiger: Ihr Befangenheitsantrag ist gescheitert. Damit muss der Prozess nicht neu aufgerollt werden. Das Opfer wird heute ein weiteres Mal befragt.

Im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann soll heute die Vernehmung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers fortgesetzt werden. Nachdem die 37-jährige Ex-Freundin des Angeklagten am Montag fünf Stunden zu ihrem Lebenslauf befragt worden war, soll es nun um ihre elfjährige Beziehung zu dem Schweizer Wetterexperten und die mögliche Vergewaltigung am 9. Februar gehen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft deutete bereits an, dass die Radiomoderatorin möglicherweise auch noch in der kommenden Woche im Zeugenstand stehen wird. Die Öffentlichkeit bleibt während der gesamten Zeit ausgeschlossen. Der wegen schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung angeklagte 52-jährige Kachelmann beteuert seine Unschuld, schweigt jedoch im Prozess.

Zunächst musste das Gericht über einen Befangenheitsantrag entscheiden, den Kachelmanns Verteidiger vergangene Woche gegen die Richter der Strafkammer gestellt hatten. Das Gericht lehnte den Antrag zu Beginn der Verhandlung ab. Der Vergewaltigungsprozess kann wie geplant fortgesetzt werden.

18. Oktober - Das mutmaßliche Opfer tritt vor die Kamera

Die Öffentlichkeit musste draußen bleiben, das mutmaßliche Opfer wurde in den Zeugenstand gerufen. Die 37-jährige Radiomoderatorin musste mehrere Stunden Rede und Antwort zu ihrem Lebenslauf stehen. Dabei wurde ihr Gesicht auf eine Leinwand projiziert, damit die hinter ihr sitzenden neun Gutachter jede Regung erkennen konnten.

Der Prozesstag begann mit einstündiger Verspätung. Das Gericht musste zunächst im prozessrechtlichen Streit mit der Verteidigung über die Belehrung der ehemaligen Geliebten nachgeben: Der Vorsitzende Richter belehrte die Zeugin nun doch über ihr Aussageverweigerungsrecht nach Paragraf 55 der Strafprozessordnung. Demnach müssen Zeugen keine Angaben machen, wenn sie ansonsten Gefahr liefen, sich selbst zu belasten. Die Verteidigung hält es für möglich, dass die Frau sich wegen einer falschen Verdächtigung strafbar gemacht hat.

Der Befangenheitsantrag, den Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock gegen die Richter des Mannheimer Landgericht gestellt hatte, blieb jedoch bestehen. Über ihn soll vor Beginn des nächsten Prozesstages entschieden werden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihrerseits einen Befangenheitsantrag gegenüber einem Gutachter gestellt.

13. Oktober - Aussage des mutmaßlichen Opfers vertagt

Im Vergewaltigungsprozess gegen den ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann ist die Vernehmung des mutmaßlichen Opfers auf den kommenden Montag verschoben worden. Die Aussage der 37-Jährigen vor dem Landgericht Mannheim musste aus Zeitgründen vertagt werden. Die Verzögerung ergab sich daraus, dass die Richter über einen gegen sie gerichteten Befangenheitsantrag der Verteidigung zu beraten hatten.

Nun müssen andere Richter des Landgerichts über den Befangenheitsantrag von Kachelmanns Verteidigung entscheiden. Der Vorsitzende Richter Michael Seidling ordnete an, dass das Verfahren gleichwohl am kommenden Montag mit der Anhörung des mutmaßlichen Opfers fortgesetzt werde. Seidling begründete dies mit der Terminnot eines der bestellten Sachverständigen.

Am Mittwochmorgen hatte die Kammer zunächst eine Petition der Verteidigung abgelehnt, den Gutachter Bernd Brinkmann doch noch zuzulassen. Der von den Anwälten Kachelmanns beauftragte Gutachter war vom Verfahren wegen mangelnder Objektivität ausgeschlossen worden. Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock begründete den Befangenheitsantrag damit, dass das Gericht die Radiojournalistin nicht über ihr Zeugnisverweigerungsrecht belehrt habe. Mit dessen Inanspruchnahme könne sie aber vermeiden, sich durch neue Falschaussagen strafbar zu machen.

11. Oktober - Streit um den Gutachter der Verteidigung

Im Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann wollen die Anwälte erreichen, dass ein wegen Befangenheit abgelehnter Gutachter der Verteidigung wieder zugelassen wird. Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock warf der Kammer am Montag unter anderem vor, sie habe dem Gutachter zu Unrecht fehlerhafte Einschätzungen zugeschrieben. Die Fehler stammten in Wahrheit von einem anderen Sachverständigen. Zudem habe sie in ihrem Beschluss Zusammenhänge falsch dargestellt.

Die Kammer solle ihre Entscheidung deshalb überdenken - "mit dem Ziel der Aufhebung", forderte er. Der Vorsitzende Richter Michael Seidling sagte, das Gericht werde voraussichtlich am Mittwoch über den Antrag entscheiden. An dem Tag soll auch das mutmaßliche Opfer aussagen, das mit Spannung vor Gericht erwartet wird.

Der von der Verteidigung bestellte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann hatte noch vor Verfahrensbeginn in einer Expertise geschrieben, dass sich die 37-Jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte, um eine Vergewaltigung vorzutäuschen. Als Belege führte er Fotos von Blutergüssen an, die auf dem Computer der Frau entdeckt worden waren. Am vergangenen Mittwoch hatte das Gericht Brinkmann als Gutachter abgelehnt.

"Brinkmann ist nicht Irgendeiner"

Es bestünden Zweifel an seiner Unparteilichkeit, hatte Seidling erklärt. Er habe sexuelle Praktiken und andere Ursachen für die Verletzungen ausgeschlossen und sich auf die These der Selbstverletzung beschränkt.

Birkenstock sagte dazu: "Der Sachverständige Brinkmann gelangt aber in seiner Stellungnahme nicht zu dem Ergebnis einer von der Klägerin langfristig geplanten Falschbelastung des Angeklagten." Die Kammer solle sich noch einmal "gründlich und unbefangen" mit der Stellungnahme des Gutachters befassen. "Sie wird dann zu dem Ergebnis kommen, dass eine Erwartung der Befangenheit nicht berechtigt ist." Er betonte seine Ansicht, dass der Rechtsmediziner zu den Größen seines Fachs gehört. "Brinkmann ist nicht Irgendeiner", sagte Birkenstock.

Gericht befragt 33-jährige Ex-Freundin

Kachelmann wird vorgeworfen, seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Wetterexperte und Fernsehmoderator bestreitet das.

Am Montag befragte das Landgericht außerdem erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Ex-Freundin des Angeklagten. Die 33 Jahre alte Projektleiterin aus Hamburg erschien in Begleitung ihres Anwalts vor Gericht. Die Kammer billigte den von Anwalt und Zeugin gestellten Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem Hinweis, dass auch Dinge aus dem Sexualleben der Zeugin und des Angeklagten zur Sprache kommen könnten. Der Schutz der Privatsphäre überwiege das öffentliche Interesse.

6. Oktober - Sachverständiger Kachelmanns abgelehnt

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann hat die Verteidigung am Mittwoch eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Der von ihnen benannte Sachverständige Bernd Brinkmann wurde überraschend vom Landgericht Mannheim als befangen abgelehnt. Er kann deshalb nicht mehr als Gutachter am Prozess teilnehmen.

Der Rechtsmediziner aus Münster war in seinem Gutachten davon ausgegangen, dass sich das mögliche Vergewaltigungsopfer selbst die Verletzungen beigebracht hatte. Sie habe bereits ein Jahr vorher Experimente durchgeführt. Dazu habe sie sich offenbar selbst blaue Flecke an den Oberschenkeln zugefügt und beobachtet, wie sich die Verletzungen entwickelten. Prozess nach Verkündung unterbrochen

Tatsächlich waren auf dem Computer des möglichen Opfers zwei Fotos sichergestellt worden, die die Frau mit blauen Flecken an einem Oberschenkel zeigten. Es ist möglich, dass die Aufnahmen Teil der sado-masochistischen Praktiken zwischen Kachelmann und seiner langjährigen Freundin waren. Diese Möglichkeit hatte Brinkmann bei seinen Schlussfolgerungen überhaupt nicht in Betracht gezogen.

Deshalb sah es das Gericht als berechtigt an, dass die Staatsanwaltschaft seiner Unbefangenheit misstraute. Die 5. Große Strafkammer akzeptierte deshalb den Befangenheitsantrag der Staatsanwaltschaft als begründet. Die Verteidigung beantragte sofort nach Verkündung des Beschlusses eine Unterbrechung des Prozesses.

4. Oktober - Vater des mutmaßlichen Opfers sagt aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann hat der Vater des mutmaßlichen Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Die Befragung des 71-Jährigen betreffe das engere Familienleben, sagte der Vorsitzende Richter Michael Seidling am Montag vor dem Mannheimer Landgericht. Nach kurzen Angaben zur Person des Diplomingenieurs mussten Medienvertreter und Zuschauer den Saal verlassen.

Auch die Mutter der 37-jährigen Ex-Freundin von Kachelmann hatte im Prozess bereits ausgesagt. Nach der Vernehmung ihres Ehemannes sollten ein Polizist und eine weitere frühere Freundin des 52-jährigen Schweizers gehört werden.

Kachelmann muss sich seit Anfang September vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Wetterexperten vor, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er selbst beteuert seine Unschuld.

In der vergangenen Woche hatte die mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzte Strafkammer zwei Polizeibeamtinnen gehört, die die Radiomoderatorin vernommen hatten. Sie hielten die Angaben des möglichen Opfers für glaubwürdig. Der Prozess wird länger dauern als zunächst geplant. Die Strafkammer hat inzwischen Termine bis zum 21. Dezember 2010 anberaumt. Im November wird es wegen Terminschwierigkeiten der Schöffen allerdings eine dreiwöchige Verhandlungspause geben.

29. September - "Sie war fix und fertig"

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Fernsehmoderator Jörg Kachelmann haben am Mittwoch die Polizistinnen ausgesagt, die das mutmaßliche Opfer vernommen hatten. "Sie war fix und fertig", schilderte eine Beamtin. Auf dem Weg zur Untersuchung in der Klinik habe die 37-Jährige extrem fahl ausgesehen. Kachelmann ist angeklagt, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er beteuert seine Unschuld.

Die Ex-Geliebte habe sehr eindrucksvoll geschildert, wie sie während der Tat unter Todesangst litt, erzählte die Zeugin. "Sie hat sich auf sich selbst konzentriert und angefangen zu beten, weil sie sich in diesem Moment sicher war, es nicht zu überleben." Die Polizistin sagte, sie habe keinen Grund gesehen, der Frau nicht zu glauben. Freundin wird nochmals verhört.

"Sie war fast nicht fähig, die Treppe hoch zu gehen"

Einige Wochen später wurde die Frau nochmals vernommen. Dabei, so die Beamtin, sei sie in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung gewesen. "Sie war fast nicht fähig, die Treppe hoch zu gehen." Sie habe blass und eingefallen gewirkt. "Ihr Körper hat vibriert während der Vernehmung. Sie konnte die Beine nicht still halten und hat die Finger aneinander gewetzt", schilderte die Zeugin. Kachelmann verfolgte diese Aussage wie meistens ohne sichtbare Regung.

Am Nachmittag soll nochmals die Freundin des 52-jährigen Schweizers vernommen werden, die ihn nach seiner Rückkehr aus Kanada am Flughafen abholte. Sie hatte bereits am dritten Verhandlungstag ausgesagt. Dabei war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden.

27. September - Verteidigung zieht Gutachter zurück

Fortsetzung im Prozess gegen Jörg Kachelmann: Vergangene Woche war die Mutter des mutmaßlichen Opfers stundenlang unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden. Für den heutigen Verhandlungstag sind Vernehmungen mehrerer Polizeibeamter und des Haftrichters vorgesehen.

Vor den Aussagen sorgte die Verteidigung für eine Überraschung. Sie zog ihren Gutachter Tilmann Elliger zurück. Der Kölner Professor hatte im April eine Stellungnahme verfasst, in der die Glaubwürdigkeit der 37-Jährigen Nebenklägerin stark bezweifelt wird. Ihr Motiv sei Rache. Kritiker hatten schon damals gefürchtet, dem Mediziner fehle die Distanz zu Kachelmann. Er war offenbar bei der Party zu Gast, die zur Haftentlassung des Wettermanns im August bei einem Kölner Italiener gefeiert wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte daher beantragt, Elliger nicht als Gutachter zuzulassen. Kachelmanns Verteidigung reagiert jetzt. Begründung: Es gebe noch ein ähnliches Gutachten, das ausreiche.

Am Nachmittag soll nochmals die Freundin des Wetterexperten vernommen werden, die ihn nach seiner Rückkehr aus Kanada am Flughafen abholte. Sie hatte bereits am dritten Verhandlungstag ausgesagt. Dabei war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Der 52 Jahre alte Fernsehmoderator und Wetterexperte ist angeklagt, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er selbst beteuert seine Unschuld.

22. September - Vier Zeugen sollen aussagen

Vor dem Mannheimer Landgericht geht heute der Prozess gegen Jörg Kachelmann weiter. Der 52 Jahre alte Schweizer Fernsehmoderator und Wetterexperte ist angeklagt, eine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er selbst beteuert seine Unschuld. Am heutigen vierten Verhandlungstag sollen vier Zeugen gehört werden. In dem Verfahren wurden bisher die Anklage und die Aussage des Moderators verlesen. Außerdem hörte das Gericht eine Tonbandaufnahme des Notrufs des mutmaßlichen Opfers. Auch eine seiner anderen Geliebten sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

15. September - Notruf des mutmaßlichen Opfers

Mit der Aufnahme eines dramatischen Notrufs hat im Vergewaltigungsprozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann die Beweisaufnahme begonnen. Das Gericht ließ am dritten Verhandlungstag den Anruf von Kachelmanns ehemaliger Geliebter bei der Polizei vorspielen. "Ich bin heute Nacht vergewaltigt worden und weiß nicht, was ich jetzt machen soll", sagt die Frau mit zitternder Stimme. Auf die Frage "Von wem?" zögert die Frau. Dann sagt sie: "Von meinem Freund."

Es war der bewegendste Moment in einem Verfahren, das bislang von prozessrechtlichen Streitigkeiten zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft geprägt war. Kachelmann wird beschuldigt, in der Nacht auf den 9. Februar seine langjährige Geliebte in ihrer Wohnung in Schwetzingen in Baden-Württemberg mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Schweizer bestreitet die Vorwürfe.

Als erster Zeuge wurde am Mittwoch der ermittelnde Kriminalbeamte gehört. Das mutmaßliche Opfer, eine 37 Jahre alte Radiomoderatorin, sei am Tag nach der möglichen Tat zwei Mal vernommen worden. Dazwischen sei sie rechtsmedizinisch und gynäkologisch untersucht worden. Obwohl klar war, dass Kachelmann noch am selben Tag nach Kanada zu den Olympischen Winterspielen fliegen wollte, entschied die Staatsanwaltschaft, ihn zunächst nicht festnehmen zu lassen. "Wir hatten seinerzeit Bedenken hinsichtlich eines dringenden Tatverdachts", sagte Oberstaatsanwalt Oskar Gattner.

13. September - Verteidigung attackiert Richter

Im Vergewaltigungsprozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann hat die Verteidigung die Verhandlungsführung des Gerichts attackiert. Kachelmann-Anwalt Reinhard Birkenstock kritisiert vor allem den Plan, vor dem mutmaßlichen Opfer zunächst ehemalige Freundinnen des Angeklagten zu vernehmen. "Wir sind in einer Situation, in der alles danach schreit, dass jetzt Frau D. gehört wird", sagte Birkenstock. "Ich kenne keine Verhandlung, in der nicht nach der angeklagten Person zuallernächst derjenige gehört wird, der behauptet, verletzt worden zu sein."

Nach bisheriger Planung soll die 37-Jährige erst am 13. Oktober als Zeugin gehört werden. Sie war sowohl zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche wie auch diesen Montag im Gerichtssaal erschienen. Bei der Verlesung der Anklage saß sie Kachelmann gegenüber, danach verließ sie die Verhandlung. Normalerweise dürfen Zeugen bis zu ihrer Vernehmung überhaupt nicht an der Verhandlung teilnehmen, damit sie nicht in ihrer Aussage beeinflusst werden. Als Nebenklägerin hat das mutmaßliche Opfer jedoch ein Recht auf Anwesenheit.

"Gewaltige manipulative Potenz"

Überdies kritisierte der Verteidiger, dass einige der Frauen sich bereits in den Medien äußerten: "Eine Zeugin, die ihre Aussage schon an die 'Bunte' verkauft hat, ist für die Wahrheitsfindung nicht mehr zu gebrauchen", sagte Birkenstock. In der umfangreichen Begründung seines Antrags stellte Birkenstock auch die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers infrage. "Frau D. ist eine Frau mit gewaltiger manipulativer Potenz."

Kachelmann selbst will im Prozess vorerst schweigen. Sein Verteidiger verwies auf frühere Aussagen Kachelmanns gegenüber dem Haftrichter. Ob diese Aussagen öffentlich in der Verhandlung verlesen werden, war zunächst noch unklar.

Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge sagte, der Angeklagte habe seiner damaligen Freundin in ihrer Küche ein Messer vorgehalten und sie ins Schlafzimmer ihrer Wohnung geschoben. Dort habe er sie entkleidet, ihr die Schenkel auseinandergedrückt und den Vaginalverkehr mit ihr ausgeführt. Er habe sie ins Schlafzimmer gedrängt und gesagt: "Halt die Klappe, oder du bist tot!" Während der Tat habe er ihr den Mund zugehalten und das Messer an den Hals gedrückt, wovon sie Rötungen im Halsbereich davongetragen habe. Die Gewaltanwendung habe außerdem zu blauen Flecken an den Oberschenkeln geführt. Das mutmaßliche Opfer war während der Verlesung der Anklageschrift anwesend. Danach verließ sie jedoch die Verhandlung.

6. September - Befangenheitsantrag gegen Richter

Kurz nach Beginn ist der erste Verhandlungstag im Fall Jörg Kachelmann bereits wieder vertagt worden. Der Vorsitzende Richter des Mannheimer Landgerichts, Michael Seidling, begründete dies mit einem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen ihn und eine weitere Richterin. Eine Begründung des Antrags wurde zunächst nicht genannt. Die Anklage wirft Kachelmann vor, im Februar seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und sie nach einem Beziehungsstreit vergewaltigt haben. Der 57-Jährige bestreitet dies. Er war Ende Juli nach rund vier Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil Gutachten die Angaben der 37-Jährigen dem Oberlandesgericht Karlsruhe zufolge nicht eindeutig stützten.

AFP/DPA/DAPD/Reuters DPA Reuters

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