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Martyrium in Kalifornien: Angekettet und unterernährt: Eltern halten ihre 13 Kinder gefangen

Im US-Bundesstaat Kalifornien hat die Polizei 13 Kinder und Erwachsene aus einem Martyrium befreit: Ihre eigenen Eltern hielten sie gefangen. Ein Mädchen konnte sich befreien und die Polizei rufen.

Ein Zuhause soll Geborgenheit geben, Eltern Schutz, Trost und Sicherheit spenden. Aber für 13 Geschwister aus Kalifornien muss ihr eigenes Heim die Hölle gewesen sein. Sie hatten kaum zu essen oder zu trinken, von den Eltern wurden sie ans Bett gefesselt. Ein Mädchen konnte schließlich fliehen - und so gelangte dieser unglaubliche Fall an die Öffentlichkeit.

Die kalifornische Polizei, der sich ein erschütterndes Bild in dem Haus bot, beendete das Martyrium der im elterlichen Haus gefangen gehaltenen Geschwister, wie das Büro des Bezirkssheriffs in Riverside am Montag  berichtete. Eines der teils mit Ketten gefesselten Opfer im Alter von zwei bis 29 Jahren habe sich am Sonntag selbst befreien können und den Notruf gewählt, so die Polizei. Die Eltern der unterernährten Geschwister wurden festgenommen, die Polizei leitete Ermittlungen unter anderem wegen Folter ein.

Der 57-jährige Vater und seine 49-jährige Ehefrau hielten ihre Kinder in Perris, zwei Stunden südöstlich von Los Angeles, teilweise mit Vorhängeschlössern an ihre Betten gekettet fest. In den abgedunkelten Räumen habe es stark gerochen, berichtete die Polizei. Aufgrund ihrer Unterernährung schätzten die Beamten die Opfer zunächst alle als minderjährig ein. Später habe sich herausgestellt, dass das älteste bereits 29 Jahre alt war.

Dauer der Gefangenschaft noch unklar

Insgesamt seien sechs Opfer minderjährig, sieben seien zwischen 18 und 29 Jahre alt. Bei dem Mädchen, das die Polizei alarmierte, handelt es sich um eine 17-Jährige. Die Polizei schätzte sie nach eigenen Angaben zunächst auf zehn Jahre. Das Mädchen habe im Haus ein Mobiltelefon gefunden, mit dem es den Notruf gewählt habe. Wie lange die Geschwister bereits festgehalten wurden, war zunächst unklar. Auch hätten Mutter und Vater nicht erklären können, warum sie ihre Kinder dieser Qual ausgesetzt hatten, so die Polizei.

Nach ihrer Befreiung wurden die ausgezehrten Opfer zunächst mit Essen und Getränken versorgt. Bei dem Vater der Kinder soll es sich nach einem Bericht des Lokalsenders KTLA um den Direktor einer Privatschule in Perris handeln. Die Kautionssumme für eine etwaige Freilassung des Paars wurde auf neun Millionen Dollar (etwa 7,3 Millionen Euro) festgesetzt.


tkr / anb / AFP / DPA