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"Gilroy Garlic Festival" Schüsse auf Volksfest in Kalifornien: Mehrere Todesopfer, Schütze von der Polizei getötet

Gilory Garlic Festival - Polizisten sichern Gelände nach Schüssen
Tödliche Schüsse auf dem Gilroy Garlice Festival in Kalifornien: Polizisten sichern den Tatort.
© Nhat V. Meyer / San Jose Mercury News / AP / DPA
Hunderte Besucher genießen den Abend auf einem Volksfest in Kalifornien, als plötzlich Schüsse fallen. Mindestens vier Menschen sterben, darunter der Schütze. Unklar ist, ob es einen oder zwei Täter gab.

Bei Schüssen auf dem Volksfest "Gilroy Garlic Festival" in Kalifornien sind nach ersten Angaben der Polizei vier Menschen getötet und 15 verletzt worden. Wie der Polizeichef der Stadt Gilroy, Scot Smithee während eines Pressestatements sagte, befindet sich unter den Toten auch der Schütze. Zeugen zufolge gebe es möglicherweise einen zweiten Täter, in diesem Punkt liefen die Ermittlungen auch während der nun vor Ort herrschenden Nacht weiter. Es sei unklar, ob es sich dabei um einen zweiten Schützen oder einen Komplizen handele, der den Schützen unterstützt habe, so Smithee. Das Motiv der Tat sei zur Stunde noch völlig unklar, erklärte der Polizeichef, ebenso gebe es noch keine Erkenntnisse über den Täter.

Gilory Garlic Festival - Polizisten sichern Gelände nach Schüssen
Tödliche Schüsse auf dem Gilroy Garlice Festival in Kalifornien: Polizisten sichern den Tatort.
© Nhat V. Meyer / San Jose Mercury News / AP / DPA

Laut dem lokalen TV-Sender NBC Bay Area soll sich unter den Toten ein 6-jähriger Junge befinden. Der Sender berief auf Auskünfte der Familie und sendete ein Interview mit dem offensichtlich unter Schock stehenden Vater. Offizielle Stellen machten in diese Richtung bisher keine Angaben. In sozialen Medien wurde bereits der Name und ein Bild des Jungen verbreitet. Auch die Mutter und Großmutter des Jungen sollen durch Schüsse verletzt worden sein, so die Berichte.

Die Polizei bat über die sozialen Medien mögliche Zeugen, die noch keine Aussage gemacht hätten, sich zu melden. Zahlreiche US-Politiker kondolierten den Familien der Opfer, auch Präsident Donald Trump meldete sich zu Wort. "Seid vorsichtig und passt auf!", appellierte er kurz nachdem die Schüsse bekannt geworden waren.

Rettungskräfte seien über etwa ein Dutzend Opfer bei dem Vorfall in der Stadt Gilroy südlich von San Francisco informiert worden, meldete örtliche Medien weiter. Eine Sprecherin des Santa Clara Valley Medical Center berichtete, elf Menschen mit Schussverletzungen seien in das Krankenhaus eingeliefert worden; zudem sieben weitere, die durch die Panik verletzt worden seien. Zu ihrem jeweiligen Zustand konnte sie zunächst keine Angaben machen, mindestens eine Person soll laut Medienberichten in einem kritischen Zustand sein.

"Er schoss auf alle"

Der mutmaßliche Schütze eröffnete das Feuer auf die Volksfestbesucher gegen Ende der dreitägigen Veranstaltung. Laut Polizeichef Smithee fielen die Schüsse gegen 17.40 Uhr Ortszeit. Der Vorfall dauerte weniger als einer Minute, dann sei der Täter selbst von Polizisten erschossen worden. Der Schütze habe sich über einen kleinen Bach dem Festival genähert und habe dann einen Absperrzaun durchschnitten, um auf das Gelände zu kommen. Die regulären Zugänge des Festivals seien mit Metalldetektoren ausgestattet gewesen, Taschen seien intensiv kontrolliert worden.

Ein Augenzeuge sagte NBC Bay Area, eine Kugel habe seinen Kopf knapp verfehlt, und als er sich umdrehte, habe er zahlreiche Menschen rennen sehen. Ein anderer Zeuge sagte, der Schütze habe eine Art Tarnkleidung getragen. "Er zog ein halbautomatisches Gewehr heraus und schoss auf alle." 

Wackelige Bilder auf NBC zeigten Menschen, die auf einer Wiese offensichtlich vor etwas wegrannten. Eine Reporterin berichtete von mindestens sechs Krankenwagen in Alarmbereitschaft. Andere Aufnahmen zeigten Polizeiwagen mit Blaulicht. In Sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen Schüsse zu hören sind.

Täter trug offenbar Schutzweste

"Es war wirklich furchtbar und ich kann von Glück sagen, dass ich am Leben bin", berichtete ein Hutverkäufer der Zeitung "San Francisco Chronicle". Er sei vielleicht 30 Meter von dem Schützen entfernt gewesen, dessen Alter er auf über 30 schätzte. Der Mann sei mit einem Schnellfeuer-Sturmgewehr bewaffnet gewesen.

"Er kam schussbereit und trug eine Schutzweste", berichtet der 72-jährige Zeuge dem "Chronicle" weiter. "Er hat nach links und rechts geschossen, ohne bestimmtes Ziel." Alle Menschen in der Nähe hätten sich sofort auf den Boden geworfen, als Polizisten auf den Mann zuliefen und ihrerseits das Feuer eröffneten. Berichte anderer Augenzeugen deckten sich mit Äußerungen des Hutverkäufers weitgehend. Ein Zeuge sagte, der Täter sei "wie ein Polizist" gekleidet gewesen, dafür gibt es bisher keine Bestätigung.

"Gilroy Garlic" - dreitägigs Nahrungsmittelfest

Das dreitägige "Gilroy Garlic Festival" gibt es laut dem Veranstalter des Nahrungsmittel-Festes seit 1979 und zieht viele Familien an. Es handelt sich um ein Grill- und Kochfest rund um knoblauchhaltige Speisen und hat Gilroy den Beinamen "Knoblauch-Hauptstadt" verschafft. Auch Musikbands treten dort auf. Das Festival lebt unter anderem vom Engagement zahlreicher Freiwilliger aus der 50.000-Einwohner-Stadt.

In den USA kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. 2017 starben deswegen knapp 40.000 Menschen in den Vereinigten Staaten. Im Oktober 2017 hatte ein Mann bei einem Musikfestival in Las Vegas ein besonders folgenschweres Massaker angerichtet: Dutzende Menschen wurden getötet, als er von einem Hotel aus auf die Menschenmenge schoss. In den sozialen Medien gab es bereits kurz nach der Tat von Gilroy zahllose Posts, die die laxen US-Waffengesetze anprangerten.

dho / <br/> DPA

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