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Mit Drogen betäubt: Paar soll zwei Frauen vergewaltigt haben - Handy-Videos lassen noch weit Schlimmeres erahnen

Ein Arzt aus Kalifornien und seine Freundin stehen vor Gericht, weil sie zwei Frauen betäubt und vergewaltigt haben sollen. Sie zeichneten ihre Taten mit dem Handy auf. Darauf fanden die Ermittler tausende weiterer Clips und Fotos.

Sie sollen ihre Opfer mit Drogen gefügig gemacht haben: die Polizeifotos von Grant Robicheaux und Cerissa Riley

Sie sollen ihre Opfer mit Drogen gefügig gemacht haben: die Polizeifotos von Grant Robicheaux und Cerissa Riley

Ein Vergewaltigungsfall erschüttert in diesen Tagen die USA. In Kalifornien sollen ein Chirurg und seine Lebenspartnerin zwei Frauen vergewaltigt haben, nachdem sie die Opfer mit Alkohol und Drogen willenlos gemacht haben, wie zahlreiche Medien übereinstimmend berichten. Was den Fall außergewöhnlich macht: Auf dem Handy des Arztes wurden tausende Videos und Bilder mit mehr oder weniger stark betäubten Frauen gefunden. In vielen Clips taucht die mitangeklagte Freundin, Cerissa Laura Riley, 31, auf. Ermittler haben den Verdacht, dass es sich bei dem Paar um brutale Serienvergewaltiger handelt, die sich an zahlreichen weiteren Opfern vergangen haben.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt der Fall, weil der Angeklagte, Grant William Robicheaux, 38, vor vier Jahren als Kandidat in einer Dating-Show im Fernsehen mitwirkte. Er wollte damals "die perfekte Frau finden, eine fantastische Hochzeit feiern und eine typische amerikanische Familie gründen". Der TV-Sender Bravo hat mittlerweile alle Clips mit Robicheaux gelöscht.

Staatsanwalt schildert die Fälle detailliert

Der Staatsanwalt von Orange County schilderte auf einer Pressekonferenz die beiden Fälle sehr detailliert, die demnächst vor Gericht verhandelt werden. Demnach gingen Robicheaux und Riley systematisch vor. Im ersten Fall trafen die Angeklagten im April 2016 eine 32-jährige Frau in einem Restaurant in Newport Beach. Bei einer anderen Gelegenheit luden sie das spätere Opfer zu einer Bootsparty ein. Sobald sie betrunken war, brachten sie es in Robicheauxs Wohnung, verabreichten ihr zusätzlich Drogen und vergewaltigten die bewusstlose Frau. Sie filmten die Tat mit dem Handy, sagte der Staatsanwalt. Das Opfer ging am nächsten Tag zur Polizei und wurde in der Folge positiv auf diverse Drogen getestet.

Im zweiten Fall wendeten die beiden Angeklagten dieselbe Masche an: Das Opfer soll den Arzt und Riley in einer Bar getroffen haben, wo sie sich gemeinsam betranken. Später in der Wohnung verlor die Frau ihr Bewusstsein. Während sie vergewaltigt wurde, kam sie wieder zu sich und schrie um Hilfe, bis ein Nachbar die Polizei verständigte. Ob von dieser Tat ebenfalls ein Video existiert, sagte der Staatsanwalt nicht.

Zur Masche gehörte es laut den Ermittlern, dass immer Riley den Kontakt zu den Frauen aufnahm. "Wir glauben, dass die Angeklagten ihr gutes Aussehen und ihren Charme genutzt haben, um die Hemmungen für ihre potentiellen Opfer zu verringern", sagte der Staatsanwalt.

Unterweltgrößen und beste Freunde – bis eine Frau auftauchte

In der Wohnung finden Beamte Drogen, Waffen und Munition

In der Wohnung des Arztes fanden die Beamten verschiedene Drogen, unter anderem auch K.o.-Tropfen, psychedelische Pilze, Ecstasy und Kokain. Sie stellten außerdem zwei unregistrierte halb-automatische und vier weitere Waffen sicher und eine große Menge Munition.   

Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück. Sie ließen ihre Anwälte erklären: "Dr. Robicheaux und Frau Riley glauben, dass derartige Anschuldigungen den wahren Opfern sexueller Nötigung einen schlechten Dienst erweisen. Sie drängen darauf, in dem öffentlichen Gerichtsprozess die Dinge in ein richtiges Licht zu rücken."

Die Staatsanwaltschaft ruft alle Frauen auf, sich zu melden, die glauben, ebenfalls ein Opfer des Paares geworden zu sein. Robicheaux und Riley waren auf diversen Musikfestivals unterwegs. Der Verdacht liegt nahe, dass sie dort weitere Opfer fanden.

Frauen aus der Dating-Show, wo Robicheaux mitwirkte, wurden bislang nicht in den Videos auf dem Handy gefunden. Auch Patientinnen aus Robicheauxs Praxis sind bislang wohl nicht betroffen.

tis
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