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Kampf gegen Seeräuber: USA gehen Piraten ans Geld

Im Kampf gegen Piraten nimmt die US-Regierung das Geld der Seeräuber ins Visier. Außenministerin Hillary Clinton kündigte an, die Vermögen "aufzuspüren und einzufrieren". Die Aktion ist Teil eines größeren Planes, mit dem Washington gegen die Piraten und damit auch gegen islamische Extremisten vorgeht.

Die USA wollen mit einem Aktionsplan den Kampf gegen die ausufernde Piraterie am Horn von Afrika gewinnen. Im Mittelpunkt stünden dabei eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, eine Verbesserung der Lage in Somalia und höhere Sicherheitsstandards an Bord von Schiffen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am späten Mittwochabend. Teil des Plans sei auch, Vermögenswerte der Piraten einzufrieren.

Die Ministerin verglich das geplante Vorgehen gegen die Finanzen von Piraten mit dem gegen islamische Extremisten. "Wir frieren die Guthaben von vielen staatenlosen Gruppen ein", sagte sie. "Wir stellen fest, dass Piraten immer ausgefeiltere Ausrüstung und immer schnellere Boote kauften." Dafür seien Finanztransfers nötig, die es zu unterbrechen gelte.

Außerdem sollen Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden, die den Piraten Boote und andere Ausrüstung verkaufen. Darüber hinaus werde ihr Land international darauf drängen, "dass Piraten verfolgt und eingesperrt werden", sagte Clinton.

Clinton berief eine Krisensitzung der von den USA geführten internationalen Kontaktgruppe ein, deren Mitglieder mit Kriegsschiffen in den Gewässern vor der somalischen Küste patrouillieren.

Die bisherigen Schritte im Kampf gegen die Seeräuberei seien nicht ausreichend, sagte die Außenministerin. "Diese Piraten sind Kriminelle, es sind bewaffnete Banden auf hoher See. Wer Angriffe plant, muss gestoppt werden. Wer sie ausgeführt hat, muss von der Justiz abgeurteilt werden", sagte Clinton. Man habe zwar mit einem Verbrechen aus dem 17. Jahrhundert zu tun, doch müssten die Mittel des 21. Jahrhundert dagegen eingesetzt werden, betonte sie.

Die US-Regierung will einen Vertreter zu einer Somalia-Konferenz entsenden, die am 23. April in Brüssel geplant ist, sagte die Außenministerin. "Unser Gesandter soll mit anderen Partnern zusammenarbeiten, um den Somalis zu helfen, gegen Verstecke der Piraten vorzugehen", sagte Clinton. Außerdem wolle Washington versuchen, Treffen mit Vertretern der somalischen Übergangsregierung und der halbautonomen Region Puntland zu organisieren.

Wenige Stunden zuvor hatten Seeräuber vor der Küste Somalias erneut einen US-Frachter ins Visier genommen. Die "Liberty Sun" wurde von Piraten mit Panzerfäusten und automatischen Waffen beschossen, konnte jedoch aus eigener Kraft entkommen. Erst am Wochenende hatte die Marine einen US-Kapitän aus den Händen von Piraten befreit. US-Scharfschützen erschossen dabei drei Seeräuber im Alter zwischen 17 und 19 Jahren.

DPA/AFP / DPA