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Kangal griff Frau an Nach der tödlichen Hundeattacke droht der Halterin eine Anklage

Ein Hund der Rasse Kangal
Ein Kangal kann groß und sehr schwer werden. Ein Hund der Rasse hatte in Stetten eine Frau angegriffen und getötet.
© Andrea Warnecke/DPA
Die Obduktion bestätigt, was hilflose Zeugen mit ansehen mussten: Schwere Hundebisse haben zum Tod einer 72-jährigen Frau geführt. Die Debatte um den Umgang mit gefährlichen Hunden bekommt neuen Auftrieb. Die Halterin könnte vor Gericht kommen - und ins Gefängnis.

Nach der tödlichen Attacke eines Hundes auf eine Seniorin in Stetten am kalten Markt in Baden-Württemberg prüft die Staatsanwaltschaft Hechingen eine Anklage gegen die Hundehalterin wegen fahrlässiger Tötung. Im Falle einer Verurteilung der 43-jährigen Besitzerin des aggressiven Hundes der Rasse Kangal reicht die Strafmaßpalette von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Haft, wie der Sprecher der Anklagebehörde, Markus Engel, am Freitag auf Anfrage erklärte.

Bei der am selben Tag abgeschlossenen Obduktion der getöteten 72-jährigen Frau bestätigte sich laut Staatsanwaltschaft, dass sie an den unmittelbaren Folgen schwerer Hundebisse an Kopf und Hals starb. Damit wurde unter anderem auch die Möglichkeit ausgeschlossen, dass sie während der Attacke einem Herzinfarkt erlag.

Die Untersuchung der Kadaver des Kangals und zweier weiterer Hunde derselben Halterin ergab bis zum Freitag keine Auffälligkeiten. Bislang seien keine Hinweise etwa auf mangelnde Ernährung oder die Aufnahme ungewöhnlicher Substanzen festgestellt worden, erklärte der Sprecher.

Wieso konnte sich der Kangal von seiner Kette lösen?

Die drei Hunde seien aufgrund der akuten Gefährdungssituation erschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Dabei sei es auch um den Schutz der Einsatzkräfte gegangen, die sich in das Gebäude der Halterin begeben mussten, um überprüfen zu können, ob nicht auch sie Opfer eines Angriffs geworden war.

Ob und wann die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, hänge von den weiteren Ermittlungen ab, hieß es. Geprüft werde dabei auch, wieso sich der Kangal von seiner Kette lösen und auf die Straße gelangen konnte. Nachbarn hatten nach eigenen Angaben mehrfach über die Aggressivität des Hundes geklagt.

Das Landratsamt in Sigmaringen hatte am Donnerstag erklärt, keine Kenntnis von Problemen mit der Haltung des Hundes gehabt zu haben. Der Bürgermeister der Gemeinde, Maik Lehn, forderte eine Diskussion über gefährliche Hunde. In Hessen und Hamburg werde die Rasse Kangal bereits so eingestuft. In der Debatte wurde verschiedentlich darauf verwiesen, dass in Bayern strengere Regeln als in Baden-Württemberg gelten würden.

jen DPA

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