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Drehort von "Fluch der Karibik": Deutscher Segler offenbar vor den Augen seiner Familie von Piraten ermordet

Vor der Karibikinsel St. Vincent soll ein Deutscher aus dem Raum Schweinfurt von zwei maskierten Piraten erschossen worden sein - vor den Augen seiner Familie. Zu einem ähnlichen Zwischenfall war es zuletzt vor 13 Jahren gekommen.

Karibik: Blick in die berühmte Wallilabou-Bucht auf der Karibikinsel St. Vincent

Blick in die berühmte Wallilabou-Bucht von St. Vincent in der Karibik. Hier töteten zwei maskierte Piraten offenbar einen deutschen Segler

Ein deutscher Segler ist auf der Karibikinsel St. Vincent offenbar von Piraten vor den Augen seiner Familie getötet worden. Wie unter anderem das örtliche Nachrichtenportal "Barbados Today" berichtet, soll sich der Vorfall am vergangenen Donnerstag ereignet haben. Der Kapitän des in der berühmten Wallilabou-Bucht vor Anker gegangenen Schiffs sei bei dem Vorfall verletzt worden. Die Täter konnten demnach unerkannt fliehen.

Den Berichten zufolge enterten zwei bewaffnete und maskierte Piraten die Jacht nachts gegen 1.35 Uhr. Der laut der "Main Post" aus dem Raum Schweinfurt stammende Mann sei bei dem Vorfall in Anwesenheit seiner Familie erschossen worden.

Deutsche Familie soll aus Karibik ausgeflogen werden

In einer Ansprache im Radio bezog Premier-Minister Ralph Gonsalves am Tag nach der Tat Stellung zu dem Überfall und sprach den Angehörigen des Opfers sowie der Schiffsbesatzung sein Mitleid aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will er laut "Barbados Today" schreiben, um seine "Trauer über das Geschehen auszudrücken". Das Verbrechen kritisierte er scharf. "Das ist ein schrecklicher Schandfleck auf unserem Land. Dieser kriminelle Akt der beiden maskierten Eindringlinge stört den Frieden der Menschen auf ihren Jachten und kostet Millionen. Denn wir verkaufen Frieden, Sicherheit und Erholung", sagte Gonsalves dem Bericht zufolge.

Seine Regierung treffe aktuell Vorkehrungen, um die Familie und den verletzten Kapitän nach Martinique auszufliegen. Von dort soll es über Frankreich weiter nach Deutschland gehen. Gonsalves kündigte zudem an, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen.

Lob fand der Minister für die Küstenwache, die etwa 20 Minuten nach ihrer Alarmierung an der Jacht eingetroffen sei. Diese können aber leider nicht "an jedem einzelnen Ort zu jeder Zeit sein". 

Überlebender Schiffbrüchiger José Salvador Alvarenga  fotografiert in der Naehe von Malibu Beach, Kalifornien, November 2015

Erster tödlicher Überfall auf St. Vincent seit 13 Jahren

Der letzte tödliche Jacht-Überfall auf St. Vincent und den Grenadinen liegt den Berichten zufolge bereits 13 Jahre zurück. Dennoch heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts, dass die gesamte Region eine Zunahme von Gewaltkriminalität verzeichne. In Bezug auf mögliche Piraterie warnt das Amt, dass "Raubüberfälle auf ankernde oder sich in Küstennähe befindende Schiffe bzw. Fälle von Piraterie in der Ostkaribik sporadisch vorkommen".

Dies gelte insbesondere für Ankerplätze an der westlich gelegenen Leeward-Seite von St. Vincent. Die Wallilabou-Bucht liegt im Südwesten der Insel und gewann vor einigen Jahren stark an Popularität, weil dort Szenen der Piratenfilm-Reihe "Fluch der Karibik" gedreht wurden. 

mod