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Karlsruhe Geiselnehmer tötet vier Menschen und sich selbst


Bei einer Zwangsräumung hat ein Mann in Karlsruhe vier Menschen zunächst als Geiseln genommen und dann offenbar getötet.

Bei einer Zwangsräumung hat ein Mann in Karlsruhe vier Menschen zunächst als Geiseln genommen und dann offenbar getötet. Nach Angaben der Polizei fanden die Beamten am Mittag nach der Erstürmung der Wohnung fünf Leichen vor, darunter anscheinend jene des Geiselnehmers selbst. Die genaueren Umstände der Tat blieben zunächst unklar.

Unter den toten Geiseln seien ein Gerichtsvollzieher sowie der Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes, sagte ein Polizeisprecher in Karlsruhe. Zudem hätten die Beamten in der Wohnung eine Frauenleiche gefunden. Dabei handele es sich vermutlich um die Inhaberin der Wohnung. Die Identifizierung zweier weiterer Toter stand zunächst noch aus. Vermutlich sei darunter auch der Geiselnehmer.

Der bewaffnete Täter hatte sich seit etwa neun Uhr am Morgen mit den Geiseln in dem Haus in der Karlsruher Nordstadt verbarrikadiert, nachdem die Wohnung zwangsgeräumt werden sollte. Bewohner des Mehrfamilienhauses informierten die Polizei, als sie Schüsse aus der Wohnung hörten. Die Polizei riegelte daraufhin den Tatort weiträumig ab. Den Angaben zufolge waren insgesamt 200 Polizisten vor Ort im Einsatz, darunter auch je 40 Beamte der Spezialeinheiten SEK und MEK.

Als die Beamten am Mittag Brandgeruch wahrnahmen, stürmte die Polizei dem Sprecher zufolge die Wohnung. Dort wurden dann die Leichen entdeckt. Weitere Details zur Tat will die Polizei am Nachmittag bekannt geben.

Der baden-württembergische Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) zeigte sich "zutiefst erschüttert" über die Geschehnisse. "Meine Anteilnahme gilt den Familien und den Angehörigen aller Opfer dieser unbegreiflichen Tat", erklärte Stickelberger. "Wir müssen alles daran setzen, das schreckliche Verbrechen schnellstmöglich aufzuklären", forderte er.

jat/AFP AFP

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