Karolina-Prozess 13 Jahre Haft für Mehmet A. gefordert


Erst für vier Jahre hinter Gitter und anschließend in die Psychiatrie - insgesamt 13 Jahre soll Mehmet A., der Mörder der dreijährigen Karolina, weggesperrt werden, fordert die Staatsanwaltschaft.

Im Prozess um die zu Tode gequälte dreijährige Karolina hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag 13 Jahre Freiheitsstrafe für den 31-jährigen Mehmet A. gefordert. Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner sagte vor dem Landgericht Memmingen, der Freund der Mutter des Kindes habe sich eines grausamen Mordes mit bedingtem Vorsatz schuldig gemacht.

Bei den planvoll durchgeführten langfristigen Misshandlungen habe er "die Klaviatur mittelalterlicher Foltermethoden" angewandt. Mehmet A., der drogenabhängig war, sollte nach vier Jahren im Gefängnis in die Psychiatrie eingewiesen werden, beantragte der Oberstaatsanwalt.

Der mit angeklagen Mutter des Mädchens, Zaneta C., wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Für die 26-Jährige beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer acht Jahre Gefängnis. Das umfassende Geständnis und die Mithilfe bei der Aufklärung der Tat wurden ihr als Milderungsgründe zugebilligt.

Karolina war Anfang Anfang 2004 von dem Angeklagten gequält, misshandelt und geschlagen worden. Die beiden Angeklagten hatten das bewusstlose, nackte und kahl geschorene Mädchen in einer Damentoilette des nordschwäbischen Krankenhauses Weißenhorn abgelegt und waren geflüchtet. Karolina war später gestorben.

DPA DPA

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