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Kaspersky zahlt: Software-Millionär soll Sohn freigekauft haben

Die Entführung des Sohnes des russischen Millionärs Jewgeni Kasperskys hat offenbar ein glückliches Ende genommen. Laut Medienberichten ist der 20-Jährige nach Zahlung eines Lösegelds wieder zurück bei seinen Eltern

Teures Happy End in einem Promi-Entführungsfall in Russland: Millionär Jewgeni Kaspersky hat seinen entführten Sohn Iwan angeblich für drei Millionen Euro freigekauft. Der 20-Jährige sei nach Zahlung von Lösegeld wieder bei seinen Eltern, berichtete das Moskauer Internetportal lifenews.ru am Freitag unter Berufung auf den Geheimdienst. Iwan Kaspersky war am Dienstag verschleppt worden.

Bei Arbeit für die Mutter verschleppt

Jewgeni Kaspersky, Mitgründer der Firma Kaspersky Lab, ist mit Sicherheitsprogrammen für Computer und Anti-Viren-Software reich geworden. Das Magazin "Forbes Russia" schätzt sein Vermögen auf 800 Millionen Dollar (etwa 546 Millionen Euro). Demnach rangiert er auf Platz 125 der reichsten Menschen in Russland. Er hatte erklärt, dass die Spekulationen um den Entführungsfall seiner Firma schaden würden.

Iwan, der jüngste Sohn der Familie, sei am Dienstagmorgen in einem Industriegebiet im Nordwesten von Moskau verschleppt worden, schrieben Medien. Er habe dort neben seinem Mathe- und Elektronik-Studium für eine Firma seiner Mutter Natalia gearbeitet.

Zweite Promi-Entführung in wenigen Wochen

Nach Darstellung der Moskauer Zeitung "Kommersant" hatte Kaspersky nach Warnungen der Entführer die Polizei zunächst nicht informiert. Demnach habe er nach einer vorzeitigen Rückkehr von einer Dienstreise aus London nur seine Kontakte beim Geheimdienst FSB eingeschaltet.

Der Fall sei jedoch schließlich durch befreundete Studienkollegen Iwans ans Licht gekommen, die ihn an der Universität vermisst hätten. Laut russischer Medien ist dies bereits der zweite spektakuläre Entführungsfall innerhalb weniger Wochen. Seit März wird die 16 Jahre alte Tochter eines Topmanagers des Ölkonzerns Lukoil vermisst.

fw/DPA / DPA