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Katholische Kirche Theologen protestieren gegen Zölibat


In einer Erklärung haben 144 katholische Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tiefgreifende Reformen ihrer Kirche gefordert. Die Unterzeichner setzten sich für die Abschaffung des Pflichtzölibats ein und die Zulassung von Frauen zum Priesteramt.

Mehr als hundert katholische Theologinnen und Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in einer Erklärung tiefgreifende Reformen von ihrer Kirche gefordert. Die 144 Unterzeichner treten darin für die Abschaffung des Pflichtzölibats ein und dafür, dass Frauen zum Priesteramt zugelassen werden, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Zudem forderten sie mehr Mitsprache des Kirchenvolks.

Viele Frauen und Männer, die an deutschsprachigen Universitäten katholische Theologie lehren, wollten nicht mehr schweigen zu jener Kirchenkrise, die sich vor einem Jahr zeigte, als immer mehr Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Kirchenmänner ans Licht gekommen seien, schreibt das Blatt.

Die Unterzeichner mahnten eine "tiefgreifende Kirchenreform" an: Sie forderten "das Ende des Pflichtzölibats, Frauen als Geistliche, Beteiligung des Kirchenvolks bei der Auswahl der Bischöfe, ein Ende des "moralischen Rigorismus".

22 Jahre lang habe es keinen vergleichbaren Aufstand der Theologen mehr gegeben - seit 1989 mehr als 220 Wissenschaftler in der "Kölner Erklärung" "Wider die Entmündigung - für eine offene Katholizität" gegen den autoritären Führungsstil von Papst Johannes Paul II. protestiert hätten, nachdem dieser gegen alle Widerstände Kardinal Joachim Meisner zum Erzbischof von Köln gemacht habe, schreibt die "SZ".

kng/AFP AFP

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