Keine Flugzeugentführung geplant Ein Verhörer mit Folgen


Mit einer Unterhaltung über ihr Sicherheitstraining in Berlin haben zwei russische Orenair-Piloten den Verdacht auf eine Flugzeugentführung ausgelöst. Nun hat sich die Geschichte als ein großes Missverständnis aufklären können.

Zwei russische Piloten haben mit einem harmlosen Gespräch über ihr Sicherheitstraining in Berlin den Verdacht auf eine Flugzeugentführung ausgelöst. Eine Frau hörte zufällig mit und alarmierte die Polizei. Beamte nahmen die Männer am Mittwoch auf dem Flughafen Tegel fest. Die Air-Berlin-Maschine, die mit 135 Passagieren nach Moskau fliegen sollte, blieb zunächst am Boden und wurde stundenlang durchsucht. Aber Ende gut, alles gut: Nach dem ersten Schreck stellte sich alles als ein Missverständnis heraus. Nachdem alles als vergleichsweise harmlos aufgeklärt war, kamen die russischen Piloten am Donnerstag wieder auf freien Fuß.

Die von ihnen gebuchte Maschine war aber am Mittwochabend ohne die unter Verdacht stehenden Männer und ohne die Zeugin mit 132 Passagieren Richtung Moskau gestartet. Sonst dürfte der Zwischenfall jedoch kaum Folgen für die Piloten haben. Der Vizechef der russischen Fluggesellschaft Orenair, Sergej Lasarew, teilte am Donnerstag in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Ria Nowosti mit, dass sich die Berliner Polizei inzwischen entschuldigt habe. Es sei eindeutig festgestellt worden, dass "die beiden Männer weder einen schlechten Witz gemacht hätten noch betrunken gewesen seien", hieß es in Moskau.

Aber auch der Frau, die mit ihrer Information die Maßnahmen der Polizei auslöste, machte niemand Vorwürfe. Sie konnte nicht wissen, dass die beiden Männer Piloten einer russischen Fluglinie waren und sich auf der Rückreise von einem Sicherheitstraining befanden, das sie am Flughafen Schönefeld absolviert hatten.

"Aus dem, was die Frau gehört hatte, konnte schon der Eindruck gewonnen werden, dass die beiden das Flugzeug entführen wollen", sagte Polizeisprecher Frank Millert am Donnerstag. Die Frau habe völlig richtig gehandelt, als sie die Polizei informierte. "Man muss ihr dafür danken, es hätte ja auch anders sein können."

Nach der Festnahme durchsuchte und vernahm die Polizei die beiden Männer ausführlich. Das Flugzeug, in dem schon die ersten Fluggäste Platz genommen hatten, wurde geräumt. Spezialisten des Landeskriminalamtes kontrollierten Maschine sowie Gepäck auf mögliche Spuren eines vorbereiteten Überfalls und befragten die Passagiere. Sie fanden aber keinerlei Hinweise.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker