Gewalt-Tat Ein Vater tötet Kinder und Frau. Das ist weder "Familientragödie" noch "Familiendrama". Sondern ein Verbrechen

Gewalt-Verbrechen sind keine Familientragödie
Gewalt in der Familie ist keine "Tragödie" und kein "Drama" – sondern ein Verbrechen
© Getty Images
Tödliche Gewalt in der Familie ist in Deutschland ein Tabu-Thema. Sie wird zu wenig erforscht und durch Sprache verharmlost. Das muss sich ändern. 

In Königs Wusterhausen, Brandenburg, hat ein 40-jähriger Mann seine Frau und seine drei Töchter im Schlaf erschossen. Anschließend beging er Selbstmord. Das ist ein vierfacher Mord oder Totschlag. Trotzdem ist in den Medien wieder von einem "Familiendrama" und einer "Familientragödie" die Rede. "Das klingt so, als wäre das eher eine Seifenopfer und kein Gewaltdelikt", sagte die Kommunikationswissenschaftlerin Christine Meltzer dem Deutschlandfunk in einem Interview. Sie hat rund 3.500 Artikel für die Otto Brenner Stiftung analysiert und festgestellt, dass Medien häufig solche Begriffe verwenden.  


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