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Neue Enthüllungen: Kelley Clayton wurde brutal ermordet - und ihre siebenjährige Tochter war Zeuge

Im September 2015 wurde Kelley Clayton brutal ermordet. Schnell war klar: Ihre beiden Kinder waren beim Mord im Haus. Die siebenjährige Tochter brachte die Polizei auf die Spur des Mörders.

Kelley Clayton und ihr Mann Thomas

Kelley Clayton und ihr Mann Thomas im Jahr 2014. Im September 2015 wurde Kelley ermordet.

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Kurz nach Mitternacht ging am 29. September bei der Polizei im Bundesstaat New York ein Notruf ein. Ein Mann war in der Leitung. Aufgeregt schilderte er, dass seine Frau regungslos in der Küche liege. Er sei eben erst von einer Partie Poker bei Freunden nach Hause gekommen und habe sie gefunden. Die Polizei müsse sofort kommen. Und das tat sie. Doch für die 35-jährige Kelley Clayton kam jede Hilfe zu spät. Sie war brutal zu Tode geprügelt worden mit einem stumpfen Gegenstand, ihr Gesicht war entstellt. 

Forensiker sicherten den Tatort, Ermittler sahen sich um - und merkten schnell: Hier stimmt etwas nicht. Denn es gab keine Einbruchsspuren. Kelley Clayton kann nicht von einem Unbekannten überrascht worden sein. Also wurden Zeugen befragt. Eine heikle Angelgenheit, denn im Haus waren nur die Kinder der Toten, die siebenjährige Charlie und ihr dreijähriger Bruder Cullen. Also wurde das kleine Mädchen im Beisein eines speziell ausgebildeten Detectivs befragt. "Sie sagte mir, dass ein Mann Mami verletzt habe", sagte Sheriff Jim Allard zu "ABC News". Der US-Sender hat kürzlich den Fall aufgegriffen und konnte in diesem Zusammenhang auch das Video der Befragung und Telefonmitschnitte veröffentlichen. Allard fragte damals Charlie, woher sie wisse, dass es sich um einen Mann gehandelt hat. "Weil seine Augen genau wie Papas aussahen", antwortete das Mädchen. Die Videoaufnahmen zeigen, wie die kleine Charlie - immer noch besudelt vom Blut ihrer Mutter - in einer erschreckenden Sachlichkeit über die Nacht berichtet.  

"Mitten in der Nacht kam dieser Typ und fing an, meine Mutter mit diesem Ding zu schlagen“, erzählt sie. "Da war überall Blut. An meiner Tür, auf dem Fußboden." Das Kind erinnerte sich, dass ihre Mutter noch "lauf Charlie, lauf" gebrüllt hatte, als der Mann sie durchs Haus jagte. Bis er sie einholte. "Ich habe gesehen, wie der Räuber sie getroffen hat. Ich dachte, dass sie tot ist, als sie auf dem Boden in ihrem Blut lag", so Charlie weiter. 

Kind führt Ermittler auf die Spur des Täters

Den Mann konnte sie recht genau beschreiben, das langärmlige Hemd, die dunkle Jeans und vor allem die Maske. Denn die erkannte sie - ihr Vater habe auch so eine, die trage er, wenn er auf die Jagd geht. "Er sah aus wie mein Vater", sagte Charlie zu den Ermittlern. Ob er groß oder klein gewesen sei, antwortete sie "So groß wie mein Papa". Wie der Vater - das zog sie als Antwort durch die Befragung. Doch das Mädchen war sich auch sicher, dass es nicht der Vater gewesen sein konnte. "Aber es konnte nicht Papa gewesen sein, denn wer würde sich dann um uns kümmern?", fragte sie die Beamten. 

Die ruhige, fast distanzierte Art des Kindes führen die Ermittler auf den Schockzustand zurück. "Ich dachte: Wann wird dieses Mädchen weinen können? Sie wurde gerade Zeuge von etwas, was kein Kind jemals sehen sollte. Sie musste mitansehen, wie die wichtigste Person in ihrem Leben einfach zerstört wird. Es hat mir einfach das Herz gebrochen", sagte Sheriff Allard. 

Bevor die Ermittler den Verhörraum verlassen, will das Kind wissen, wo ihre Mutter ist und wie es ihr geht. Doch die Beamten glaubten nicht, dass dies der richtige Zeitpunkt für die Wahrheit gewesen ist. Und versprachen ihr, das für sie rauszufinden.

 

Auf der Jagd nach dem Täter

Noch am selben Tag wurde Thomas Clayton verhaftet. Und sie beginnen, rund um das Leben der Familie zu recherchieren. Nach außen wirkte Familie Clayton sehr glücklich: Der ehemalige Eishockeystar Thomas und seine Ehefrau verkörperten eine perfekte Ehe. Im Laufe der Ermittlungen fanden die Beamten drei Frauen, die glaubhaft aussagten, ein Verhältnis mit ihm gehabt zu haben. Thomas soll von seiner Frau gelangweilt gewesen sein. In Gespräch mit seinen Geliebten soll er Kelley als faule, undankbare Schlampe bezeichnet haben. Doch eine Scheidung kam nicht in Frage - denn dann hätte Kelley das Geld bekommen.

Doch ermordet hat Thomas Clayton seine Frau nicht, müssen die Beamten feststellen. Sein Alibi bei der Pokerrunde stimmte. Allerdings hatte er sich ein Handy dort geliehen, um kurz zu telefonieren. 

Wie die Beamten herausbekommen, hatte Clayton seine Frau nicht selbst umgebracht - aber er soll den Auftrag dazu erteilt haben. Und zwar an einen Mann namens Micheal Beard. Die beiden Männer hatten zuvor in der selben Firma gearbeitet. Clayton soll dem Mann 10.000 Dollar für die Ermordung angeboten haben. Laut Beard sollte er die Frau umbringen und danach das Haus abbrennen. Dazu kam es nicht. "Ich glaube, er hat Angst bekommen und ist weggelaufen", sagte Jim Vaughn, Staatsanwalt von New York. Wohl auch, weil die Kinder im Haus waren.

"Papa ist ein Feigling"

Thomas Clayton und Micheal Beard wurden wegen Mordes verurteilt und sitzen eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit auf Bewährung ab. "Wenn sein Plan verwirklicht worden wäre, wäre er mit seiner Frau und seinen Kindern fertig", sagte Kelleys Schwester, Kim Bourgeois. "Er hätte die Lebensversicherung meiner Schwester in Höhe von einer Million Dollar bekommen", sagte sie. "Er hätte wirklich finanziell vom Tod aller profitiert."

Clayton will in Berufung gehen. Die Staatsanwaltschaft habe nicht beweisen können, dass er für den Mord an seiner Frau verantwortlich sei. Seine Familie unterstützt ihn dabei.

Die Kinder leben bei ihrer Tante, es gehe ihnen gut, sagt sie. Doch der Mord an ihrer Mutter ist immer noch allgegenwärtig. "Charlie spricht immer noch nicht davon“, sagte sie. "Sie spricht selten über ihre Mutter. Es ist zu schmerzhaft ", sagte sie. "Und Cullen schreit nachts immer noch 'Ich vermisse meine Mama. Ich will zu meine Mama'."  Kontakt haben der inzwischen sechsjährige Cullen und die zehnjährige Charlie nicht zu ihrem Vater. In einem Brief an das Gericht schrieb Charlie: "Ich habe das Gefühl, dass Papa ein Feigling ist, weil er Michael Beard gebeten hat, meine Mutter zu töten." 

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kg
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