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Tote Journalistin: "Grenzenlose Traurigkeit" - Das bewegende Statement von Kim Walls Mutter

Tagelang wurde spekuliert, nun herrscht traurige Gewissheit: Die in Dänemark angespülten Körperteile gehörten der Journalistin Kim Wall. Nun hat sich ihre Mutter erstmals zu Wort gemeldet.

Was in den Gewässern vor Kopenhagen wie ein harmloser Schiffsunfall begann, hat sich zu einem gruseligen Kriminalfall entwickelt. Die schwedische Journalistin , die eine Reportage über einen dänischen U-Boot-Bauer schreiben wollte, ist tot. Ihre Leiche ist grausig zerstückelt worden. Der Torso ist eindeutig identifiziert.

Nun hat sich die Mutter des Opfers, Ingrid Wall, erstmals zu Wort gemeldet. Auf Facebook hat sie im Namen der Familie mit Bestürzung auf den Tod Kims reagiert.

"Mit grenzenloser Traurigkeit und Bestürzung erhielten wir die Nachricht, dass Überreste unserer Tochter und Schwester Kim Wall gefunden wurden", schreibt Ingrid Wall. "Das Ausmaß der Katastrophe können wir noch nicht ermessen, und viele Fragen müssen noch beantwortet werden." 

Tod von Kim Wall habe "nicht nur die Familie getroffen"

Die Polizei geht anhand von Blutspuren davon aus, dass Kim Wall an Bord des Privat-U-Bootes "Nautilus" starb. Das hat der Bootsbesitzer und Tatverdächtige Peter Madsen auch nach seiner Festnahme zugegeben. Es sei aber ein Unfall gewesen, so seine Darstellung. Die "Nautilus" ist vor Kopenhagen gesunken - angeblich wegen technischer Probleme. Was genau geschah, bleibt ein Rätsel.

"Die Tragödie hat nicht nur die Familie getroffen, sondern auch Freunde und Kollegen auf der ganzen Welt", schreibt Ingrid Wall weiter. "In den schrecklichen Tagen, seit Kim verschwunden ist, haben wir zahllose Beweise dafür erhalten, wie geliebt und geschätzt sie war. Als Mensch, Freund und professionelle Journalistin." Sie habe Geschichten aus Teilen der Welt erzählt, die erzählt und geschrieben werden mussten. Sie habe von dem Erdbeben in Haiti und Minenfeldern in Sri Lanka berichtet - und somit den Schwachen und ausgegrenzten Menschen eine Stimme gegeben. Diese Stimme hätte noch lange gebraucht werden können. 

Wall, die unter anderem für die renommierten Zeitungen "New York Times" und "The Guardian" arbeitete, war am 10. August mit dem 46-jährigen Tüftler Madsen und dessen selbst gebautem U-Boot "Nautilus" in See gestochen. Wall wollte eine Reportage über den U-Boot-Bauer schreiben. Als sie nicht wie vorgesehen nach Hause kam, meldete ihr Freund sie als vermisst. Madsen wurde später wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft genommen.

fs/mit Material der DPA und AFP