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Nach Tod ihrer Tochter Kim Walls Familie veröffentlicht bewegendes Abschiedsvideo

U-Boot "UC3 Nautilus"
Die Journalistin Kim Wall wurde an Bord des U-Boots "UC3 Nautilus" von Peter Madsen vor der Küste Dänemarks ermordet
© Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix Denmark / Picture Alliance
Nach dem Tod ihrer Tochter veröffentlicht die Familie von Kim Wall ein emotionales Video. Darin zeigen sie Bilder aus dem Leben der Journalistin, loben den Mut der Tochter - und berichten von der neuen Stiftung.

Der Tod von Kim Wall bleibt weiter rätselhaft. Vieles deutet darauf hin, dass die schwedische Journalistin auf dem U-Boot Nautilus von Tüftler Peter Madsen starb. Madsen steht unter Mordverdacht. Zuletzt wurden Walls Kopf und ihre Beine gefunden. Der Schädel sei zusammen mit den Beinen sowie Kleidung der 30-Jährigen in Tüten verpackt gewesen, die mit Metallobjekten beschwert worden seien, sagte ein Polizeisprecher in Kopenhagen. Während die Ermittlungen weiter in vollem Gange sind, meldet sich nun auch die Familie zu Wort.

Mit einem Youtube-Video gedenken sie ihrer Tochter. Bilder zeigen die schwedische Ostseeküste: "Hier an ist sie aufgewachsen, hier spielte sie als Kind", leitet ihre Mutter das Video ein. Sie berichtet in der Folge über das Leben und den Charakter ihrer Tochter: "Die große Welt interessierte sie immer - sie war immer neugierig, wie andere Menschen in der ganzen Welt lebten."

"Sie hatte eine einzigartige Gabe"

Im Video flimmern Fotos durch: Kim am Flughafen, Kim in Indien, Kim auf der chinesischen Mauer, Kim als sie ihr Abschluss-Diplom entgegennimmt. Die Mutter zählt ihre Berufsstationen auf und berichtet darüber, wie sehr sie den Journalismus geliebt habe. Weil Kim gerne Geschichten über Menschen erzählte. "Sie hatte eine einzigartige Gabe, den Menschen zu sehen und ihre Geschichten zu erzählen. Sie tat es mit großer Wärme und Empathie", sagt Kims Mutter.

Bevor Kim verschwand traf sich die Familie einmal im Jahr, um ein Familienbild aufzunehmen. "Wir haben das 30 Jahre lang gemacht, immer an der gleichen Stelle in unserem Garten", sagt Kims Mutter, "alle Bilder hängen bei uns an der Wand - es gäbe noch Raum für viele Bilder mehr, aber es wird keine mehr geben. Kim wird nicht zurückkehren."

Die Familie setzt nun zu ihrem Gedenken eine Stiftung ein, den "Kim Wall Memorial Fund". Sie wollen damit Journalisten unterstützen. "Das schulden wir ihr", sagt ihre Mutter.

feh

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