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Kinderporno-Verdacht: Komponist der "Sesamstraße" vor US-Gericht

Er komponierte zahlreiche Lieder für die "Sesamstraße" und den Disney-Channel, jetzt steht Fernando Rivas vor Gericht. Der 59-Jährige soll ein vierjähriges Mädchen in Handschellen gelegt und in sexuellen Posen fotografiert haben.

Ein Komponist der amerikanischen "Sesamstraße" steht seit Montag in den USA vor Gericht. Dem 59-jährigen Fernando Rivas wird vorgeworfen, pornografisches Material von Kindern produziert und verbreitet zu haben.

Wie die US-Zeitung "The Post and Courier" aus Charleston berichtete, war das Haus des Mannes bereits am 19. April in einer Gemeinschaftsaktion von lokalen Polizeieinheiten und dem FBI durchsucht worden. Dabei fanden die Beamten laut der Zeitung Fotografien, auf denen ein vierjähriges Mädchen nackt mit Handschellen gefesselt zu sehen ist. Laut Polizeiunterlagen soll Rivas bereits eingeräumt haben, das Kind in eindeutig sexueller Pose fotografiert und ihm die Handschellen angelegt zu haben. Zudem habe der Komponist zugegeben, die Bilder per E-Mail an weitere Menschen verbreitet zu haben.

Rivas stammt laut "The Post and Courier" aus einer kubanischen Familie. Mit neun Jahren hatte er mit seiner Mutter die von Fidel Castro regierte Insel hinter sich gelassen und war nach Miami in die USA immigriert. Nach seinem Schulabschluss in New York arbeitete Rivas über 27 Jahre lang als Komponist im Showbiz und zog erst 1998 mit seiner Frau nach Charleston. Prominenten wie Celia Cruz, Gloria Estefan and Cindy Lauper schrieb der mehrfach preisgekrönte Rivas die Lieder für ihre Auftritte in der "Sesamstraße" auf den Leib. Zuletzt arbeitete er für den "Disney Channel" an der Vorschulserie "Handy Manny".

Angeklagter arbeitete auch als Jazzlehrer an einer Schule

Weil Rivas zwischen 2002 und 2009 als Jazzlehrer an einer Schule in Charleston arbeitete und damit im direkten Kontakt zu Kindern stand, zeigen sich die Verantwortliche und Eltern dort nun alarmiert. "Eine Verbindung zwischen den Anschuldigungen gegen ihn und Porter-Gaud ist uns nicht bekannt", zitiert "The Post and Courier" aus einem offiziellen Statement der Schule. Man wolle aber bei der Aufklärung des Falles vollständig mit den Behörden kooperieren.

Fernando Rivas, der auf "nicht schuldig" plädierte, befindet sich nach einer Kautionszahlung von 30.000 US-Dollar derzeit unter Hausarrest. Der unbeaufsichtigte Umgang mit Kindern ist ihm ebenso verboten wie der Zugang zum Internet.

jwi
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?